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Auch Armeeschutz half nichts

Bei einem gewaltsamen Überfall auf Hirten im Südsudan sind mehr als hundert Menschen getötet worden. Die Hirten seien im Bundesstaat Jonglei von Angreifern mit automatischen Waffen überfallen worden, obwohl die Herde von einer Armeekolonne begleitet worden sei, sagte der Gouverneur von Jonglei, Kuol Manyang, am Sonntag.

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103 Menschen wurden demnach getötet, darunter 14 Soldaten. Die anderen Opfer seien Zivilisten, die meisten davon Frauen und Kinder, sagte der Gouverneur. Die Armee bestätigte den Vorfall vom Freitag und erklärte, 500 Menschen würden noch vermisst. Die Zahl der getöteten Soldaten wurde zunächst nicht bestätigt.

Schwer bewaffnete Zivilisten und Rebellen

Bei den Angreifern handelte es sich den Behörden zufolge neben einigen Zivilisten im Wesentlichen um Rebellen der Murle-Volksgruppe aus dem Bezirk Pibor, die unter der Führung des früheren Theologiestudenten David Yau Yau stehen sollen. Dieser hatte im Juli zum Aufstand gegen die Regierung aufgerufen. Seine Kämpfer sind vor allem bewaffnete Jugendliche.

Die Hirten stammten aus dem Bezirk Akobo. Dem Bezirksbeauftragten Goi Jooyul zufolge waren die Angreifer neben Maschinenpistolen auch mit Granaten, Speeren und Macheten bewaffnet. Hunderte Familien würden vermisst. Insgesamt hätten rund 3.000 Menschen das Vieh begleitet.

Mindestens 24 Tote bei Attacke auf Dorf

Bei Kämpfen im Grenzgebiet zwischen dem Sudan und dem Südsudan waren am Samstag mindestens 24 Menschen getötet wurden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die südsudanesische Armee und Rebellen. Laut dem Sprecher der südsudanesischen Armee, Philip Auger, seien sieben Kämpfer einer von Khartum unterstützten Miliz beim Übertreten der Grenze erschossen worden.

Rebellen des Sudan People’s Liberation Movement-North (SPLM-N) beschuldigten eine Miliz aus dem Südsudan, die von der Regierung in Khartum unterstützt werde, bei einer Attacke auf ein Dorf in der Provinz Süd-Kordofan 17 Menschen getötet und 35 verletzt zu haben. Von der sudanesischen Armee gab es vorerst keine Stellungnahme.

Welle der Gewalt nach Unabhängigkeit

Sechs Monate nach der Unabhängigkeit des Südsudan vom Sudan 2011 hatte es in Jonglei eine Welle der Gewalt zwischen den Angehörigen verschiedener Volksgruppen gegeben. Tausende Jugendliche vom Stamm der Lou Nuer stürmten damals den Bezirk Pibor und erklärten, die Murle vernichten zu wollen.

Seit der Unabhängigkeit sind in der Unruheregion Jonglei nach UNO-Angaben mehr als 1.500 Menschen getötet worden. Der jüngste Angriff war demzufolge der schwerste im Jonglei, seit im Jahr 2011 bei Kämpfen nach Viehdiebstählen 900 Menschen ums Leben kamen.

Der Südsudan wirft dem Sudan vor, die Murle-Rebellen mit Waffen und Munition zu versorgen, was die Regierung in Khartum aber bestreitet. Die politischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind seit der Unabhängigkeitserklärung des Südens im Juli 2011 angespannt. Davor waren in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg rund zwei Millionen Menschen getötet worden.

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