UNO lehnt Entschädigung für Choleraopfer in Haiti ab

Die Vereinten Nationen haben Forderungen Tausender von der Cholera in Haiti Betroffener nach Schadenersatzzahlungen unter Berufung auf ihre Immunität zurückgewiesen. Die UNO habe den Vertretern der Kläger verdeutlicht, dass die Forderungen „unzulässig“ seien, sagte UNO-Sprecher Martin Nesirky, ohne sich zu Details zu äußern.

Rund 5.000 Erkrankte und Angehörige von Cholerapatienten, die in Haiti an der Krankheit gestorben waren, hatten Schadenersatzforderungen von jeweils 100.000 Dollar (knapp 76.000 Euro) gestellt.

Von UNO-Soldaten eingeschleppt

Bei der UNO reichten sie deshalb Klage ein, weil einer Studie zufolge aus Nepal stammende UNO-Soldaten für die Epidemie mit Tausenden Toten in Haiti verantwortlich sein sollen. Die UNO hat eine Verantwortung für die Epidemie bisher nicht eingestanden.

Nesirky sagte in New York, UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon habe in einem Telefonat mit Haitis Staatschef Michel Martelly aber versichert, dass die UNO zur „Ausrottung der Cholera in Haiti“ entschlossen sei.

Die Cholera war in Haiti ausgebrochen, nachdem der Karibik-Staat zuvor von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden war, seitdem starben dort der Weltgesundheitsorganisation zufolge mehr als 7.700 Menschen daran. Mehr als 620.000 Menschen infizierten sich mit der Krankheit, die schweren Durchfall und Erbrechen verursacht und unbehandelt in kurzer Zeit zum Tod führen kann.