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Spartenübergreifender Auftakt in Linz

Das Musiktheater in Linz blickt in seinen Eröffnungswochen ab dem 11. April über den Tellerrand. Elektronische Musik und Jazz sowie zeitgenössischer Tanz halten neben Oper, Musical und Ballett Einzug ins Haus am Volksgarten.

Zehn Premieren, davon acht Uraufführungen, bis zum 5. Juli verspricht die „Eröffnungsfestwochen-Broschüre“, darunter die Glass-Oper „Spuren der Verirrten“, aber auch das elektronische Werk „Odeon“ von Tosca. Sechs Tage der Offenen Tür, neue Sparten, Sondergastspiele, Kooperationen und die neue Gastronomie stellte Landestheater-Intendant Rainer Mennicken Mitte Februar in Linz vor.

Aufführungen im ganzen Haus

Opernbrunch und Tangonacht im Hauptfoyer, Jazzlounge in der Blackbox, ein Blick über Linz im Restaurant im vierten Stock, ausgeklügelte Technik in Großem Saal und Foyerbühne, Hörbar, Klangfoyer und die Ankündigung des Intendanten, dass gerade „im Foyer oft Leben sein soll“, sind vielversprechend.

Mit Uraufführungen wie der Glass-Oper „Spuren der Verirrten“, der Musicalshow „Seven in Heaven“, dem adaptierten Ballett „Campo Amor“, dem „Parzival“-Gastspiel der katalanischen Gruppe La Fura dels Baus und dem Musical „Hexen von Eastwick“ gebe es am ersten Wochenende eine „Dichte wie an keinem anderen Theater, das in den letzten zehn Jahren eröffnet wurde“, sagte Mennicken. Alle Ensembles stellen sich gleich am ersten Wochenende im Haus am Volksgarten vor.

„Feste der Begegnung“ bei freiem Eintritt

„Völlig durchlässig“ wird das Haus bei den sechs eintrittsfreien Tagen der Künste. Die Technik beginnt mit einem klassischen Tag der Offenen Tür und Hausführungen am ersten Sonntag. Das Bruckner Orchester sei am Tag der Klänge „in all seinen Facetten“ zu erleben, so Mennicken, aber auch Mitwirkende aus dem ganzen Land wie etwa Chöre beim Tag der Stimmen sollen jeweils einbezogen werden, um „Feste der Begegnung“ zu feiern.

Für Klassikliebhaber verspricht das Programm drei Festkonzerte mit Gästen wie Anna Larsson und Stephen Gould, aber auch in neue Gefilde wagt sich das Haus am Volksgarten. Auch Menschen, die sich für elektronische Musik interessieren, sollen das Musiktheater als ihres begreifen, so Mennickens Wunsch. Dazu präsentieren Rupert Huber und Richard Dorfmeister als Tosca ihr neues Werk „Odeon“ und alle bisherigen Stücke in neuen Arrangements am 17. April im Großen Saal, mit Visuals vom Ars Electronica Center.

Das Hauptfoyer wird zum Ballsaal

Tanzbegeisterte werden ebenfalls angelockt, etwa mit Sondergastspielen vom Nederlands Dans Theater 2 und Olivier Dubois’ „Tragedie“. Das will Mennicken nicht als Konkurrenz zu den TanzTagen im Posthof verstanden wissen, doch dort seien die Räumlichkeiten begrenzt. Sogar in einen Ballsaal verwandelt sich das Hauptfoyer, wenn am 11. Mai eine Tangonacht Einzug hält, bei der eine Riesenposaune an der Lamellenwand erklingt.

Das Sonntagsfoyer der Freunde des Musiktheaters, das Jazzprogramm unter Federführung des Upper Austrian Jazz Orchestra, Extras wie die Eröffnung des Jugendfestivals Schäxpir, Blasmusikserenaden auf dem Vorplatz und Kooperationen mit der hauseigenen Gastronomie, etwa beim Opernbrunch, ergänzen den Reigen der Neuerungen.

Neu sind auch 14 Opernprotagonisten auf einem Fries im oberen Foyer, die zum Leben erwachen und von sich erzählen, wenn man auf sie zugeht - allerdings nur tagsüber, um auf den Abend einzustimmen. Für die Vorstellungen bis Juli gebe es noch Karten, „aber nicht mehr viele“, betonte Mennicken.

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