Schweizer „Abzockerinitiative“ angenommen

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Das Votum der Schweizer gegen Gehaltsexzesse bei Spitzenmanagern ist noch deutlicher ausgefallen als erwartet: 67,9 Prozent der Abstimmenden haben die „Abzockerinitiative“ von Thomas Minder gestern angenommen.

Mit einem Ja-Stimmenanteil von fast 68 Prozent erreichte die Initiative die dritthöchste Zustimmungsquote, die eine Volksinitiative je erreicht hat. Den Rekord hält die Initiative zur Einführung des arbeitsfreien 1. Augusts, was mit fast 84 Prozent angenommen wurde.

Strafen bis zu drei Jahre Gefängnis

Die Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonuszahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre jährlich entscheiden können. Sondervergütungen wie Abgangsabfindungen und Begrüßungsgelder für Spitzenmanager in Millionenhöhe sollen verboten werden.

Verstöße gegen entsprechende gesetzliche Regelungen sollen mit bis zu drei Jahren Gefängnis und hohen Geldbußen bestraft werden können.

Wirtschaftsverband räumt Niederlage ein

Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, der die Initiative mit einer millionenteuren Kampagne bekämpft hatte, räumte seine Niederlage ein. Man akzeptiere das Votum der Bürger und werde bei der Umsetzung der Initiative konstruktiv mitarbeiten, erklärte Economiesuisse-Direktor Pascal Gentinetta im Schweizer Fernsehen SRF. „Es ist selbstverständlich, dass der Volkswille zu respektieren ist. Jetzt gilt es, die Initiative textgetreu umzusetzen.“

Nein zu Olympiabewerbung

Die Pläne für eine Olympiakandidatur des Schweizer Wintersportkantons Graubünden sind beim Wahlvolk durchgefallen. Die gemeinsame Bewerbung der Eidgenossenschaft und des Kantons um die Austragung der Winterspiele im Jahr 2022 wurde bei einem Referendum von fast 53 Prozent der Teilnehmer abgelehnt.

Bei der Olympiavorlage ging es konkret um die Anlegung einer Finanzreserve für die Winterspiele in Höhe von 300 Millionen Franken (245 Mio. Euro). Dazu war die Mehrheit der Bündner nicht bereit.