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„Tragödie muss gestoppt werden“

Die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien hat viel früher als erwartet die Grenze von einer Million überschritten. Das geht aus jüngsten Daten des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) in der umliegenden Region hervor. Angesichts des ungebrochenen Flüchtlingsstroms könnten die bisherigen Kapazitäten zur internationalen humanitären Hilfe schon bald nicht mehr ausreichen.

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So lautet die Warnung des UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, in einer Anfang März verbreiteten Erklärung. „Diese Tragödie muss gestoppt werden.“ Noch vor wenigen Wochen hatte das UNHCR geschätzt, dass die Zahl von einer Millionen syrischer Flüchtlinge etwa im Frühsommer erreicht werden könnte.

Flüchtlinge beladen einen Kleinlaster mit Möbeln

Reuters/Hamid Khatib

Flüchtlinge versuchen sich mit ihren Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen

Doch seit Anfang des Jahres seien weit mehr Menschen aus Angst um ihr Leben aus dem Bürgerkriegsland geflohen als erwartet und als je zuvor seit Beginn der Syrien-Krise vor fast zwei Jahren. „Mit einer Million Flüchtlinge, weiteren Millionen von Menschen, die Vertriebene innerhalb des Landes sind, und Tausenden von Menschen, die jeden Tag die Grenzen überqueren, geht Syrien einem großen Desaster entgegen“, sagte Guterres.

Flüchtlinge großteils Kinder

Allein seit dem 1. Jänner seien rund 400.000 Syrer zu Flüchtlingen geworden. Diese Menschen kämen traumatisiert, meist ohne Habseligkeiten in den Nachbarländern an, oft noch in Begleitung von Familienmitgliedern. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge seien Kinder, die Mehrheit von ihnen jünger als elf Jahre. Die meisten seien in die Türkei, den Libanon, den Irak, nach Jordanien oder Ägypten geflohen, immer mehr würden aber auch nach Nordafrika und Europa fliehen.

Es fehlt an finanziellen Mitteln

Für die Aufnahmeländer seien die Folgen des Flüchtlingsstroms schwerwiegend. Im Libanon sei die Bevölkerung dadurch um zehn Prozent gewachsen. Die Türkei habe bisher 600 Millionen Dollar (460,33 Mio. Euro) zur Einrichtung von 17 Flüchtlingslagern aufgebracht.

Zugleich beklagte Guterres, dass dem UNHCR Mittel fehlten. Für einen Plan zur Versorgung von 1,1 Millionen syrischen Flüchtlingen bis Juni 2013 seien bisher von der internationalen Gemeinschaft erst 25 Prozent der nötigen Gelder zugesagt worden. Während noch keine politische Lösung des Syrien-Konflikts in Sicht sei, sollten wenigstens die humanitären Helfer „die Mittel bekommen, die sie brauchen, um Leben zu retten und Not zu lindern“, mahnte Guterres.

Kein Ende der Kämpfe in Sicht

Die blutigen Kämpfe gehen unterdessen unvermindert weiter. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Die Positionen sind weitgehend festgefahren. In Syrien tobt seit zwei Jahren ein Aufstand gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Dabei wurden bisher laut UNO-Schätzungen bis zu 70.000 Menschen getötet. Assad bezeichnet die Rebellen als Terroristen und lehnt einen Rücktritt ab. Wegen der anhaltenden Kämpfe haben führende Vertreter der Opposition zuletzt verstärkt direkte Militärhilfen verlangt, um Assad stürzen zu können.

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