Grillo: Berufspolitiker sind „Hurenböcke“

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der Gründer von Italiens Protestbewegung Fünf Sterne, Beppe Grillo, hat im Rahmen einer Schimpftirade gegen Berufspolitiker die Ex-Premiers Silvio Berlusconi und Massimo D’Alema, den scheidenden Regierungschef Mario Monti und den mit der Regierungsbildung beauftragten Mitte-links-Chef Pier Luigi Bersani als „Hurenböcke“ („Puttanieri“) angeprangert. „Wir werden Euch alle verjagen“, schrieb Grillo in seinem Blog.

„Den Sozialstaat zerstört“

„Die neuen Generationen sind vaterlos“, kritisierte Grillo. Für diese Situation seien „alte Väter und Hurenböcke“ wie Berlusconi, Bersani, Monti und D’Alema verantwortlich, die die jüngeren Generationen ihrer Zukunft beraubt hätten.

„Sie haben 20 Jahre lang in Italien regiert, ihre Interessen verteidigt, das Industriesystem zerstört, den Sozialstaat abgebaut, die Innovation und die Forschung vernichtet“, betonte Grillo in seinem Blog. Er drohte, dass die jungen Generationen bald alle Berufspolitiker „nach Hause“ schicken werden.

„Sie werden Euch alles zurückzahlen“

„Die Zeit ist auf der Seite der jungen Generationen. Sie haben nur leere Versprechen und Schmähungen erhalten. Sie haben nichts zu verlieren. Sie haben weder eine Arbeit noch eine Wohnung, werden nie eine Pension erhalten und können keine Familie gründen. Sie werden Euch alles zurückzahlen“, drohte Grillo. In seinem Blog veröffentlichte Grillo das Bild des spanischen Künstlers Francisco Goya „Saturn frisst seine Kinder“.

Bersani wünscht „viel Erfolg“

Bersani reagierte scharf auf Grillos Angriff. „Ich wünsche den Rettern der Nation viel Erfolg“, erwiderte der Mitte-links-Chef, der seit Freitag politische Konsultationen zur Regierungsbildung führt. Heute hatte Bersani die Spitzenvertreter von Grillos Bewegung in Rom getroffen. Diese hatten ihre feste Absicht beteuert, keine Regierung mit Traditionsparteien zu unterstützen.