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Wohlstandskrankheit breitet sich aus

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hofft auf starke Geschäfte mit Diabetesmedizin in China. Das deutsche Unternehmen arbeitet künftig in der Volksrepublik mit dem amerikanischen Pharmariesen Bristol-Myers Squibb beim Vertrieb des Diabetesmittels Glucophage zusammen, wie Merck Mitte März mitteilte.

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Künftig wollen Merck und der US-Konzern die Arznei dort gemeinsam vermarkten. Bisher hatte Bristol-Myers das Medikament für Merck in Lizenz verkauft. Merck verspricht sich von dem Schritt, dass unter anderem künftig mehr Patienten in China erreicht werden können. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht genannt.

Durch den Wandel der Ernährungsgewohnheiten und den stärkeren Einzug ungesunder westlicher Lebensgewohnheiten nimmt die Zahl der Zuckerkranken in China rasant zu. Schätzungen der International Diabetes Federation (IDF) gehen von mehr als 90 Mio. Betroffenen aus. Damit verzeichnet China weltweit die höchste Erkrankungsrate.

Kassenschlager mittlerweile patentfrei

Merck gehörte einst zu den weltweit führenden Unternehmen in der Behandlung von Alters- oder Typ-II-Diabetes, Glucophage mit dem Wirkstoff Metformin war für die Darmstädter ein großer Kassenschlager. Mit dem Mittel hatte Merck noch im Jahr 2000 rund zwei Mrd. Euro weltweit umgesetzt. Das Medikament ist aber inzwischen bereits seit vielen Jahren patentfrei.

Wie für andere Pharmakonzerne nimmt auch für Merck die Bedeutung der Geschäfte in Schwellenländern wie China immer mehr zu. Im vergangenen Jahr erhöhte die Pharmasparte Merck Serono ihren Umsatz in den Schwellenländern um neun Prozent auf 1,737 Mrd. Euro. Damit steuern solche Länder zusammen genommen inzwischen 29 Prozent zu den Gesamtumsätzen der Sparte bei.

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