Zahl der Hinrichtungen 2012 weltweit gestiegen

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Die Zahl der Hinrichtungen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. China ausgenommen wurden im vergangenen Jahr mindestens 682 Menschen in 21 Ländern hingerichtet, wie aus einer entsprechenden Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hervorgeht.

"Mit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen haben sich Botswana, Gambia, Indien, Japan und Pakistan wieder in die Riege der staatlichen Mörder eingereiht. Erfreulich ist die Abschaffung der Todesstrafe in Lettland und dem US-Bundesstaat Connecticut“, so Heinz Patzelt, Generalsekretär von AI Österreich, in einer Aussendung. „Wichtig waren auch viele kleine Schritte verschiedener Staaten auf dem Weg zu einer Welt ohne Todesstrafe.“

Tausende Todesurteile in China

In Weißrussland und in Afghanistan seien Menschen aufgrund erzwungener „Geständnisse“ zum Tode verurteilt worden. „Verbrechen gegen den Staat“ bestraften Gerichte unter anderem in Gambia, Nordkorea und den Palästinensischen Gebieten mit dem Tod. In einigen Ländern werden auch Ehebruch und Homosexualität (Iran), Gotteslästerung (Pakistan), schwerer Raub (Kenia), religiöse Vergehen (Iran), Wirtschaftsdelikte (China) und Drogendelikte mit dem Tod bestraft.

Amnesty geht davon aus, dass in China auch 2012 Tausende Menschen – und somit mehr als im Rest der Welt zusammen – hingerichtet wurden. „Zu China veröffentlicht Amnesty International seit 2009 keine exakten Zahlen mehr, da die Volksrepublik ein konsequentes Tarnen und Täuschen betreibt."

Außerhalb Chinas seien drei Staaten für 75 Prozent der bekanntgewordenen Hinrichtungen verantwortlich: der Iran mit mindestens 314, der Irak (mindestens 129) und Saudi-Arabien (mindestens 79), gefolgt von den USA (43) und dem Jemen (mindestens 28). Amnesty schätzt allerdings, dass es im Iran etliche offiziell nicht bestätigte Exekutionen gab.

Video dazu in iptv.ORF.at