Über 30 Zivilisten in Mogadischu getötet

Bei zwei Angriffen von Extremisten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind gestern mindestens 34 Zivilisten getötet worden.

Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP am Abend, bei der Stürmung eines Gerichts seien 29 Zivilisten und neun Extremisten getötet worden. Kurz nach dem Angriff wurden bei der Explosion einer Autobombe fünf Menschen getötet, wie ein Augenzeuge berichtete.

Bei den dreistündigen Kämpfen in dem Gericht wurden den Angaben zufolge weitere 58 Menschen verletzt. Vor der Räumung des Gebäudes hatte Innenminister Abdikarin Hussein Guled mitgeteilt, mindestens fünf Zivilisten und neun Angreifer der islamistischen Al-Schabab-Miliz seien bei der Attacke getötet worden. Nach Angaben des Innenministers sprengten sich sechs der Angreifer in die Luft, drei wurden demnach erschossen.

Anschlag auf Hilfskonvoi

Nach Informationen eines somalischen Geheimdienstoffiziers stürmten mehrere bewaffnete Angreifer und Selbstmordattentäter den schwer bewachten Gerichtskomplex in Mogadischu zur Mittagszeit. Die Angreifer sollen somalische Militäruniformen getragen haben.

„Das ganze Gelände ist ein heilloses Chaos“, sagte ein Augenzeuge. Somalische Soldaten und Polizisten sowie Mitglieder der Eingreiftruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) waren im Einsatz.

Kurz nach dem Angriff auf das Gericht explodierte ein mit Sprengstoff präpariertes Auto in der Nähe des Flughafens von Mogadischu, als der Konvoi einer türkischen Hilfsorganisation vorbeifuhr, wie ein Augenzeuge berichtete. Fünf Menschen seien dabei getötet worden.

Die Polizei sperrte den Anschlagsort ab. Nach Angaben des türkischen Roten Halbmonds war der somalische Fahrer des Hilfstransports unter den Toten. Drei türkische Mitarbeiter seien leicht verletzt worden.

Bekenneranruf von al-Schabab

Ein Sprecher der Al-Schabab-Milizen bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AFP zu den Anschlägen auf „Ungläubige“. Seinen Angaben zufolge starben fünf Angreifer. Die Milizen hatten in jüngster Zeit ihre Angriffe in Mogadischu wieder intensiviert, nachdem AMISOM-Truppen die Milizen im August 2011 aus der Hauptstadt vertrieben hatten.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 herrscht in dem Land am Horn von Afrika Bürgerkrieg. In den vergangenen Jahren entwickelte sich Somalia zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und Piraten.