Mord an Mafia-Jäger Falcone: Haftbefehle nach 21 Jahren

21 Jahre nach dem Mord an dem Mafia-Jäger Giovanni Falcone haben die Justizbehörden auf Sizilien acht Haftbefehle erlassen. Sie betreffen mehrere Mafia-Bosse, darunter der Pate Salvatore Madonia, der wegen anderer Delikte bereits verhaftet wurde. Er gilt als Auftraggeber des Mordes.

Die Haftbefehle wurden auch gegen weitere Mafiosi erlassen, die den Sprengstoff für den Anschlag besorgt haben sollen, teilten die sizilianischen Justizbehörden heute mit. Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer neuen Untersuchung, die zu dem Anschlag auf Falcone in die Wege geleitet wurde.

Legendärer Kämpfer gegen Cosa Nostra

Die neue Untersuchung kreist um die Aussagen des abtrünnigen Mafioso Gaspare Spatuzza, der sich zur Zusammenarbeit mit den Justizbehörden entschlossen hat.

Am 23. Mai 1992 waren Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter bei einem Sprengstoffattentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo getötet worden. Falcone, der 53-jährig starb, hatte sich stets bemüht, die internationalen Verbindungen der Cosa Nostra aufzudecken.

Eine entscheidende Rolle spielte er beim Aufbau des Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er Jahre große Erfolge im Kampf gegen das organisierte Verbrechen verbuchen konnten. Sein engster Kollege Paolo Borsellino wurde zwei Monate nach Falcone ebenfalls durch ein Sprengstoffattentat der Mafia getötet.