Sonntagsöffnung: Dayli und Gewerkschaft auf Konfrontation

Im Streit über die Sonntagsöffnung bei der Drogeriekette dayli wird die Gewerkschaft auch in Salzburg Anzeige gegen das Unternehmen erstatten. Dayli hat heute in Salzburg und der Steiermark erstmals Filialen offen gehalten.

Die Gewerkschaft werde sich bei einer bereits eingebrachten Klage wegen unlauterem Wettbewerb anhängen, so der Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) in Salzburg, Gerald Forcher, in einer Aussendung. Man wolle alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.

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Wenig Andrang in den Filialen

Sowohl in Salzburg als auch der Steiermark hielt sich der Andrang in den Filialen in Grenzen. In der Steiermark sollen heuer 200 dayli-Filialen umgestellt werden.

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Gewerkschaft will Schlupflöcher schließen

Gestern hatte die GPA-djp in einer Aussendung angekündigt, in Sachen Sonntagsöffnung „alle Schlupflöcher“ schließen zu wollen. Die Gewerkschaft will demnach jeden einzelnen Standort, der am Sonntag offen hat, klagen.

Weiters sollen die dayli-Mitarbeiter direkt befragt werden, wie sie zur Sonntagsöffnung stehen. Für Anfang Mai sind Demos und Solidaritätskundgebung geplant, vor der dayli-Zentrale in Pucking, aber auch vor dem Novomatic Forum in Wien. Novomatic trage als Hälfteeigentümer des Unternehmens Mitverantwortung, so die Begründung.

Gastronomie statt Drogerie?

Die Drogeriekette dayli öffnet einige Filialen sonntags als Gastronomiebetrieb und unterlaufe so die Sonntagsruhe, so der Vorwurf der Arbeitnehmervertreter. Dayli-Chef Rudolf Haberleitner argumentiert, so Arbeitsplätze zu schaffen. Er plant alle 885 dayli-Filialen in Österreich mit einem Bistro auszustatten und sonntags offen zu halten. Neue Mitarbeiter sollen deshalb großteils nach dem Gastro-Kollektivvertrag angestellt werden.