Ungarn unterbindet antisemitische Kundgebungen

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Die ungarische Polizei hat am Wochenende antisemitische und Neonazi-Kundgebungen verhindert. Ein Aufmarsch von rechtsextremen Motorradfahrern in Budapest war auf Weisung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban bereits im Vorfeld untersagt worden.

Die Biker, die der rechtsextremen Parlamentspartei Jobbik (Die Besseren) nahestehen, wollten heute unter dem provokanten Motto „Gib Gas!“ auch an der Großen Synagoge vorbeifahren. Am selben Tag wollten jüdische Organisationen mit einem „Marsch der Lebenden“ an die Opfer des Holocausts gedenken, bei dem auch mehr als eine halbe Million ungarischer Juden ermordet worden waren.

Dutzende Biker kamen trotzdem

Trotz des Verbots kamen rund 50 rechtsextreme Biker zum Budapester Heldenplatz, dem Ausgangspunkt des ursprünglich geplanten Aufmarsches. Auf eine Fahrt durch die Stadt verzichteten sie aber, berichtete das Internetportal Hir 24.

In der südungarischen Stadt Pecs unterbanden die Behörden eine „Adolf-Hitler-Gedenkwanderung“. 18 Aktivisten und Sympathisanten der rechtsextremen Organisation Pax Hungarica wurden kurzzeitig festgenommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Polizei.