Syrien: Zwei orthodoxe Bischöfe von Aleppo gekidnappt

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Im vom Bürgerkrieg gezeichneten Syrien sind zwei orthodoxe Bischöfe gekidnappt worden. Wie die libanesische Zeitung „al-Nahar“ gestern berichtete, wurden der syrisch-orthodoxe Metropolit von Aleppo, Mar Gregorios Yohanna Ibrahim, und der griechisch-orthodoxe Patriarch von Aleppo-Antiochien, Johannes X. Yazigi, Opfer einer Entführung. Welche Gruppe hinter der Tat steckt, war vorerst unklar.

Der Zeitung zufolge hatte Mar Gregorios seinen griechisch-orthodoxen Kollegen von der türkischen Grenze abgeholt. Die Diözese von Youhanna Yazigi erstreckt sich auch auf türkisches Gebiet. Bei der Fahrt nach Aleppo sei der Wagen, in dem sich die beiden Bischöfe befanden, von bewaffneten Unbekannten gestoppt worden. Der Fahrer wurde getötet, die beiden Geistlichen wurden verschleppt. Sie sollen den Informationen zufolge unversehrt sein.

Mar Gregorios hatte sich im vergangenen November in Wien aufgehalten und erklärt, in dem „schmutzigen Krieg innerhalb von Syrien“ werde es „auf beiden Seiten nur Verlierer“ geben. Er warnte zugleich vor einer ethnischen oder religiösen Spaltung Syriens und sprach sich trotz allen Leides gegen einen gezielten Exodus der Christen aus ihrer historischen Heimat aus.