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Chronologie der Ereignisse

Die Geschichte Guatemalas war seit der Erklärung der Unabhängigkeit von Spanien 1821 von Diktatur und Militärherrschaft geprägt. In den 1960er Jahren kam es zum Bürgerkrieg mit linksgerichteten Guerillas. In den 1970er Jahren gingen die Machthaber mit einem gezielten Tötungsprogramm gegen echte und vermeintliche Linke sowie die indigene Maya-Bevölkerung vor. Nachfolgend ein Überblick der Ereignisse.

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1982: General Jode Efrain Rios Montt übernimmt nach einem Militärputsch die Macht. Flächenbombardements gegen die indigene Bevölkerung, der die Unterstützung der Guerillas vorgeworfen wird.

1983: General Mejia Victores stürzt Rios Montt.

Historische Aufnahme nach dem Putsch 1983 von Soldaten vor dem Präsidentenpalast in Guatemala City

AP/P.W. Hamilton

Soldaten vor dem Präsidentenpalast nach dem Sturz von Rios Montt

1994: Friedensgespräche der Regierung mit den Rebellen der Guatemaltekischen Revolutionären Nationalvereinigung beginnen.

1995: Die Rebellen erklären eine Waffenruhe. Kritik der UNO und der USA wegen verbreiteter Menschenrechtsverletzungen in Guatemala.

1996: Wahl von Alvaro Arzu zum Präsidenten, der eine Säuberung in der Armeeführung durchführt. Nach rund 200.000 Toten - die Hälfte davon in den eineinhalb Jahren unter Rios Montt - Ende des 36-jährigen Bürgerkriegs mit Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit den Rebellen.

1999: Eine von der UNO unterstützte Kommission stellt fest: Hinter 93 Prozent der Gräueltaten im Bürgerkrieg sind die Sicherheitskräfte gestanden. Führende Militärs hätten 626 Massaker in Maya-Dörfern befehligt.

Frau weint vor zahlreichen Särgen

APA/EPA/EFE/Tomas Bravo

Rios Montt soll für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios verantwortlich sein

2001: Millionenentschädigung für die Familien von 226 Personen, die 1982 von Soldaten und Paramilitärs im Dorf Dos Erres getötet wurden. Rios Montt soll das Massaker anbefohlen haben.

2003: Rios Montt wird bei der ersten Runde der Präsidentenwahl Dritter und scheidet aus.

2004: Wegen gewalttätiger Ausschreitungen vor der Präsidentschaftswahl wird Hausarrest über Rios Montt verhängt. Die UNO-Mission zur Überwachung des Friedensprozesses endet: Guatemala leide aber immer noch an sozialer Ungerechtigkeit, Verbrechen wie politischen Morden und Menschenrechtsverletzungen, heißt es.

2006: Ein spanisches Gericht erlässt nach Ermittlungen aufgrund einer Klage der guatemaltekischen Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu Haftbefehl gegen Rios Montt und anderer Staatsvertreter wegen der Gräueltaten während des Bürgerkriegs.

2009: Felipe Cusanero, ein Offizier von Paramilitärs, wird als erste Person wegen des „Verschwindens“ von Zivilisten im Bürgerkrieg inhaftiert. Ein früherer Oberst wird als erster Armeeangehöriger wegen Bürgerkriegsverbrechen verurteilt. Auf Anordnung des Amerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte muss Guatemala den Hinterbliebenen des Massaker von Dos Erres - ein Sinnbild für die vielen Gräueltaten - eine weitere Millionenentschädigung zahlen.

2011: Vier Ex-Soldaten werden als erste rund um ein Massaker wegen Menschenrechtsverletzungen im Bürgerkrieg schuldig gesprochen. Der scheidende Mitte-links-Präsident Alvaro Colom entschuldigt sich bei den Hinterbliebenen des Massakers von Dos Erres.

März 2013: Nachdem Rios Montt seine Immunität als Parlamentsabgeordneter verliert, beginnt der Völkermordprozess gegen den ehemaligen Staatschef des Landes.

10. Mai 2013: Rios Montt wird nicht rechtskräftig wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt.

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