Kolumbien: Ex-Parlamentarier wegen Massakers verurteilt

Ein ehemaliger Abgeordneter ist in Kolumbien als Anstifter eines Massakers zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof befand gestern den Politiker Cesar Perez schuldig, für den Tod von 43 Menschen durch Paramilitärs 1988 in Segovia im nordkolumbianischen Departement Antioquia verantwortlich zu sein. Perez war damals Vorsitzender der Abgeordnetenkammer.

Die Opfer des Massakers waren vor allem Mitglieder und Sympathisanten der linken Koalition Union Patriotica (UP), der auch Mitglieder der FARC-Guerilla angehörten, die sich einem Demobilisierungsprogramm angeschlossen hatten. Der 78-Jährige ist seit 2010 in Untersuchungshaft.

Der Oberste Gerichtshof ermittelt zurzeit gegen rund 80 ehemalige Parlamentarier wegen mutmaßlicher Beziehungen zu den Paramilitärs