Aktionskünstler Otto Muehl ist tot

Der österreichische Aktionskünstler Otto Muehl ist heute Früh 87-jährig gestorben, wie die „Kleine Zeitung“ am Abend berichtete. „Eine offizielle Stellungnahme seiner Familie steht noch aus“, heißt es in dem Nachruf. Gemeinsam mit Günter Brus, Hermann Nitsch und anderen prägte er den Wiener Aktionismus.

1970 war er einer der Begründer der Kommune Praterstraße, 1972 wurde der burgenländische Friedrichshof erworben. In ihrer Blütezeit um 1983 umfasste die Kommune unter Schirmherrschaft Muehls an diesen beiden Standorten und in zahlreichen Stadt-Dependancen sowie in La Gomera über 600 Personen. Die konkrete Arbeit an der radikalen Utopie von der Veränderbarkeit der Welt durch Kunst endete jedoch im Chaos und mit heftigen Vorwürfen.

1991 wurde Muehl wegen Sittlichkeitsdelikten, Unzucht mit Minderjährigen bis hin zur Vergewaltigung, Verstößen gegen das Suchtgiftgesetz und Zeugenbeeinflussung schuldig gesprochen und zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sechseinhalb Jahre verbrachte er in Österreich in Haft. Später erhoben ehemalige Mitglieder der von Muehl mitbegründeten Kommune, die damals Kinder waren, weitere Missbrauchsvorwürfe gegen den Künstler.

Muehl lebte seit seiner Entlassung gemeinsam mit einigen Künstlerfamilien in der „Art & Life Family-Kommune“ in Portugal.