Apple rückt von Foxconn ab

Der US-Elektronikriese Apple rückt einem Bericht zufolge von seinem langjährigen Zulieferer Foxconn ab: Apple werde sein geplantes günstiges iPhone, das im Laufe dieses Jahres in die Geschäfte kommen soll, vom Foxconn-Konkurrenten Pegatron fertigen lassen, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern (Onlineausgabe). Pegatron hat seinen Firmensitz wie Foxconn in Taiwan, lässt aber auch viel in China produzieren.

„Strategische Gründe“

Es seien „strategische Gründe“, die Apple vom Foxconn-Konzern Hon Hai zu Pegatron trieben, zitierte die Zeitung „Eingeweihte“. Apple-Chef Tim Cook wolle das Risiko breiter streuen, nachdem Foxconn im vergangenen Jahr Smartphones mit zerkratzten Metallhüllen geliefert habe. Zudem habe Pegatron, um den Riesenauftrag zu bekommen, günstigere Preise als Foxconn angeboten, wie Analysten dem Blatt sagten. Apple wollte den Bericht nicht kommentieren.

Foxconn musste die Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken in China nach einer Reihe von Selbstmorden aufgrund des großen öffentlichen Drucks verbessern und zahlt seitdem auch höhere Löhne. Das schmälert die Rendite des Konzerns.

Pegatron fertigt laut Bericht bereits einen kleinen Teil des Apple-Smartphones und habe im vergangenen Jahr damit begonnen, das iPad Mini zu produzieren. Das erst 2008 gegründete Unternehmen produziert nach eigenen Angaben auch Computer, Spielkonsolen und Fernseher.