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Zahlreiche Sperren und Behinderungen

Überflutungen, Vermurungen und anhaltende Regenfälle haben auch am Montag zu zahlreichen Straßensperren in großen Teilen Österreichs geführt, auch der Bahnverkehr ist teilweise unterbrochen. Besonders viele wetterbedingte Sperren gab es in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Ober- und Niederösterreich.

In der Steiermark, in Salzburg, Ober- und Niederösterreich herrschte weiterhin Katastrophenalarm. Nachdem bereits am Sonntag etliche Straßen durch Hangrutsche und Überschwemmungen unbefahrbar waren, muss auch im Straßenverkehr weiter mit umfangreichen Problemen gerechnet werden. Nach Angaben der Ö3-Verkehrsredaktion sowie der Verkehrsclubs ÖAMTC und ARBÖ mussten mehr als 100 Straßen gesperrt werden.

Der Salzburger Pinzgau war am Montag über die Gerlos wieder erreichbar. Entlang der Donau war ein Weiterkommen kaum möglich. Laut ÖAMTC waren mehr als 100 Straßen unpassierbar, darunter auch Hauptverbindungen wie etwa die Pinzgauer Straße (B311) und die Donaustraße (B3) - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Karte mit Städten in Hochwassergebieten entlang Donau, Inn und Salzach

APA/ORF.at

Das Hochwasser hat zahlreiche Orte entlang der Donau fest im Griff

Großes Deutsches Eck wieder befahrbar

Die Verbindung Tirol - Salzburg über das Große Deutsche Eck war Montagfrüh wieder befahrbar. Die deutsche A8 war allerdings bei Irschenberg weiterhin gesperrt, nach München konnte man weiterhin nicht fahren. Der Chiemsee war über die Ufer getreten, hier gab es lokale Umleitungen, die für Lkw nicht befahrbar waren. Das Kleine Deutsche Eck blieb unpassierbar.

Bereits seit Sonntagfrüh war die Verbindung zwischen Unterjettenberg und Bad Reichenhall gesperrt. In Oberösterreich kam es vor allem im Frühverkehr am Montag zu zahlreichen Staus und Verzögerungen, zahlreiche Straßensperren sorgen außerdem für anhaltende Verkehrsbehinderungen - mehr dazu in ooe.ORF.at.

Mehrere Orte entlang der Donau komplett abgeriegelt

Angesichts der steigenden Pegel kam es schließlich auch immer weiter Richtung Osten zu Straßensperren. Seit Sonntagnachmittag wurden etwa die B3 (linkes Donau-Ufer) zwischen Melk und Krems und die B33 (rechtes Donau-Ufer) zwischen Melk und Mautern für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Für die B35 gilt diese Maßnahme seit Montagfrüh. Die Zufahrt zum Kremser Ortsteil Stein ist nur noch für Einsatzkräfte möglich. Vollständig für den Verkehr abgeriegelt wurde bereits am Sonntagnachmittag unter anderem das oberösterreichische Schärding.

Überschwemmungen in Melk

APA/Roland Schlager

Auch bei Melk waren Straßen unpassierbar

In Vorarlberg zeichnete sich mittlerweile eine deutliche Entspannung ab, dennoch bestanden nach wie vor Straßensperren, hauptsächlich wegen Schlammlawinen und umgestürzter Bäume. In Tirol waren auch am Montag die Bezirke Kufstein und Kitzbühel am stärksten betroffen - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Starke Beschädigungen auf Bahnstrecken

Von den Hochwasserbeeinträchtigungen nach wie vor besonders betroffen ist der Zugsverkehr Richtung Westen. Wie die ÖBB am Montagvormittag mitteilten, bleibt die Bahnstrecke zwischen Salzburg und Tirol unterbrochen. Die Korridorstrecke über das bayrische Rosenheim wurde vom Hochwasser stark beschädigt. Der Zugsverkehr zwischen Tirol und Salzburg über Zell am See bleibt aus aktueller Sicht wegen der starken Beschädigung der Strecke zwischen Schwarzach und Bruck noch mehrere Tage außer Betrieb - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Verkehrsbehinderungen

Der Verkehr ist in und um die Hochwassergebiete weiter schwer beeinträchtigt - mehr dazu in oe3.ORF.at/verkehr.

Züge von Wien nach Innsbruck und darüber hinaus entfallen. Fernzüge zwischen Wien und München werden über Passau geleitet, was zu Verspätungen von 90 Minuten führt. Reisende zwischen Wien und der Schweiz werden gebeten, auf die Züge nach München umzubuchen und dort in Züge, die Richtung Schweiz fahren, umzusteigen.

Von Wien bis Salzburg ist die Westbahnstrecke wieder durchgehend befahrbar. Der bis Montagvormittag gesperrte Abschnitt zwischen Amstetten und St. Valentin im westlichen Niederösterreich wurde freigegeben, teilte ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf APA-Anfrage mit - mehr dazu in noe.ORF.at.

Zerstörte Westbahn-Trasse

salzburg.ORF.at/Markus Winkler

Die Westbahntrasse nach einem Murenabgang im Salzburger Unterpinzgau

ÖBB rechnen mit Schäden in Millionenhöhe

„Der Schaden geht voraussichtlich in die zig Millionen. Derzeit ist es aber zu früh, das genauer zu evaluieren, weite Teile der betroffenen Strecken stehen noch unter Wasser“, sagte ÖBB-Sprecher Michael Braun. „Unser Fokus liegt derzeit darauf, den Bahnverkehr in Österreich so rasch wie möglich wiederherzustellen. Daran arbeiten seit gestern Hunderte ÖBB-Mitarbeiter mit Hochdruck“, so Braun. Zu manchen Bahntrassen gebe es noch gar keinen Zugang, daher sei es für genauere Schätzungen der Schäden noch zu früh.

Gleichzeitig wurden ÖBB-Kunden gebeten, ihre Zugsfahrt wenn möglich zu verschieben. „Wir können derzeit aufgrund drohender Vermurungen leider nicht garantieren, dass das Reiseziel erreicht wird“, so die ÖBB, die gleichzeitig auf „massive Verspätungen“ verwiesen, weiter. „Leider muss damit gerechnet werden, dass Übernachtungen notwendig sind.“

Spendenmöglichkeit

ORF-Hochwasserhilfe sofort: Erste Bank, Kontonr.: 40.014.400.100, BLZ: 20.111

Hunderte Bahnreisende mussten in der Nacht auf Montag in Salzburg ausharren, weil ihre Zugsverbindungen unterbrochen waren. Das Bundesheer stellte Notquartiere zur Verfügung: Rund 80 „gestrandete“ Fahrgäste wurden in der Schwarzenbergkaserne untergebracht, weitere rund 80 Personen in der Turnhalle der Riedenburgkaserne, informierte am Montag Militärsprecher Gerald Gundl - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

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