Regierung Nordzyperns stürzt über Misstrauensvotum

Die konservative Regierung der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern ist über ein Misstrauensvotum gestürzt. Bei einer Abstimmung im Parlament erhielt das Kabinett von Ministerpräsident Irsen Kücük gestern Abend lediglich 21 Stimmen der regierenden Partei der Nationalen Einheit (UBP), 27 Abgeordnete der Opposition stimmten gegen die Regierung. Kücük werde morgen seinen Rücktritt einreichen, erklärte Parlamentspräsident Hasan Bozer.

Neuwahl im Juli

Mit dem Misstrauensvotum wollte die Opposition gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestieren, namentlich gegen ein Privatisierungsprogramm. In der vergangenen Woche hatten sich acht abtrünnige Abgeordnete der UBP der Opposition angeschlossen. Die Regierung hatte bereits vor dem Misstrauensvotum vorgezogene Neuwahlen für den 28. Juli angekündigt.

Die Mittelmeerinsel ist geteilt, seit nationalistische Zypern-Griechen mit einem Putsch in Nikosia den Anschluss Zyperns an Griechenland durchsetzen wollten und die Türkei daraufhin 1974 Truppen in den Nordteil der Insel entsandte. Noch heute sind in der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern mehr als 30.000 türkische Soldaten stationiert.