US-Regierung lässt Millionen Telefondaten sammeln

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Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) sammelt Daten über Telefongespräche von Millionen US-Einwohnern. Das berichtet die britische Zeitung „The Guardian“.

Ein US-Gericht habe demnach entschieden, dass der große Telekomanbieter Verizon detaillierte Informationen über alle Telefonate innerhalb der USA und zwischen den USA und dem Ausland an die Behörde weitergeben muss.

Rufnummern, Gesprächsdauer, Uhrzeit

Dem Urteil zufolge müsse Verizon ohne Einschränkung unter anderem die Rufnummern beider Gesprächspartner, ortsbezogene Daten sowie die Dauer und die Uhrzeit der Anrufe an den Geheimdienst übermitteln. Der Beschluss sei am 25. April unterschrieben worden und bis zum 19. Juli gültig.

Es sei unklar, ob es eine einmalige Verfügung sei oder Teil einer fortlaufenden Aktion, so die Zeitung. Ebenfalls sei nicht bekannt, ob auch andere Telekomkonzerne dem Geheimdienst Daten zur Verfügung stellen müssen.

US-Abgeordneter: Anschlag verhindert

Die umstrittene Sammlung der Daten hat nach Worten eines führenden Kongressabgeordneten bereits mindestens einen Anschlag in den USA verhindert. Es handele sich um einen „bedeutenden Fall“ in den vergangenen Jahren, erklärte der republikanische Abgeordnete Mike Rogers, der Vorsitzende eines Sicherheitsausschusses. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Derzeit bemühten sich jedoch Abgeordnete um die Freigabe weiterer Information über den vereitelten Anschlag durch die Behörden, erläuterte Rogers. Er betonte zudem, dass das Programm legal, vom Kongress abgesegnet und von einem Gericht überwacht werde.

Nachrichtenagentur bespitzelt

Das gezielte Sammeln von Telefondaten durch die NSA ist schon seit vielen Jahren ein kontroverses Thema. Erst kürzlich gab es einen Aufschrei, als bekanntwurde, dass sich das Justizministerium in Washington heimlich zahlreiche Verbindungsdaten der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) beschafft hatte.