Angriff auf UNO-Gebäude in Mogadischu

Die Vereinten Nationen (UNO) sind heute in der somalischen Hauptstadt Mogadischu Ziel eines Anschlags von Islamisten geworden. Zunächst sprengte sich offenbar ein Angreifer vor dem Komplex des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) in die Luft. Es habe dort eine schwere Explosion gegeben, sagte Ahmed Hassan, ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Mindestens 15 Tote

Anschließend seien mehrere Angreifer, die Militäruniformen trugen, in das Gebäude gestürmt. Es seien Schüsse zu hören gewesen, so Hassan. Viele Anrainer flohen in Panik, und mehrere Gebäude in dem Gebiet wurden beschädigt. Nach offiziellen Angaben des Innenministeriums wurden mindestens 15 Menschen getötet, darunter auch vier ausländische Sicherheitsmänner. Auch von zahlreichen Verletzten sei auszugehen.

Berichten zufolge konnten Regierungstruppen das Gelände bis Mittag unter ihre Kontrolle bringen. Das UNO-Gebäude liegt in der Nähe des schwer bewachten Flughafens. Es wird vermutet, dass die radikalislamische Al-Schabab-Miliz für den Anschlag verantwortlich ist. Die Gruppe war vor eineinhalb Jahren von Regierungssoldaten und Truppen der Afrikanischen Union aus Mogadischu vertrieben worden. Jedoch verübt sie dort nach wie vor blutige Anschläge.

„Verabscheuungswürdige Tat“

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach bei einem Telefonat mit dem somalischen Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud von einer „verabscheuungswürdigen Tat“. Er sei schockiert und tief besorgt, fügte Ban hinzu und forderte den Präsidenten auf, den Schutz der Mitarbeiter der UNO sicherzustellen.