Wallenda überquert als Erster auf Drahtseil den Grand Canyon

Der 34-jährige US-Abenteurer Nik Wallenda hat als erster Mensch auf einem Hochseil den Grand Canyon überquert. Wallenda benötigte für seine live übertragene, 426 Meter lange Überquerung des Canyons gestern (Ortszeit) knapp 23 Minuten. Der Drahtseilkünstler war bei dem Stunt nicht gesichert.

Video dazu in iptv.ORF.at

Studium der Kinder finanziert

Nach der erfolgreichen Überquerung in 457 Meter Höhe schloss Wallenda seine Frau Erendira und seine drei Kinder im Alter von 15, zwölf und zehn Jahren in die Arme. Ohne konkrete Summen zu nennen, sagte Wallenda in den vergangenen Tagen mehrfach, dass der Drahtseilakt für ihn durch einen Vertrag mit dem US-Sender Discovery „außerordentlich lukrativ“ sei. Das Studium seiner Kinder sei „bereits bezahlt“, und er könne für seine Pension etwas ansparen, sagte der 34-Jährige.

Pausen wegen Windböen

Laut ursprünglichen Plänen wollte Wallenda unterwegs live Fragen von Journalisten beantworten. Das unterblieb jedoch angesichts starker Windböen. Wallenda zeigte sich beeindruckt von den Böen, die nach seinen Worten bis zu 56 km/h erreichten - so dass er sich zweimal auf das Seil kauern musste.

Die Übertragung des Drahtseilaktes im Fernsehen und im Internet wurde um einige Sekunden verzögert, um im Ernstfall kurzfristig abschalten zu können. Der Tod schrecke ihn nicht, sagte Wallenda wenige Tage vor dem Rekord - aber er wolle bei dem Gang über den Grand Canyon auch gar nicht sterben, sondern „lieber als Hundertjähriger im Bett neben meiner Frau“.

Seit Generationen Drahtseilartisten

Wallendas Vorfahren sind bereits seit sieben Generationen Drahtseilartisten. Sein Großvater starb, als er 1978 bei einem Stunt zwischen zwei Wolkenkratzern abstürzte. Als Jugendlicher habe er studieren und Kinderarzt werden wollen, sagte Nik Wallenda der Nachrichtenagentur AFP.