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Bis zu 200.000 Anträge erwartet

Drei Jahre nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko drohen BP Zehntausende weiterer Schadenersatzforderungen. Der vom Gericht eingesetzte Auszahlungsbevollmächtigte Patrick Juneau geht davon aus, dass sich viele potenzielle Geschädigte erst auf den letzten Drücker zu Klagen entschließen.

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Deren Zahl dürfte kurz vor Ablauf der Frist am 22. April 2014 noch einmal kräftig anziehen, sagte Juneau im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Büro in New Orleans zählte bis zuletzt 165.877 Anträge, wovon nach Prüfungen der Mitarbeiter 40.970 für Zahlungen infrage kommen - im Volumen von insgesamt mehr als 3,2 Milliarden Dollar (2,48 Mrd. Euro). „Es würde mich sicher nicht überraschen, wenn wir die Marke von 200.000 knacken würden“, sagte der 75-jährige Jurist, dem mehr als 1.000 Mitarbeiter zur Verfügung stehen und der nach eigenen Angaben mit dem Fall seine Karriere krönen möchte.

Größte Ölpest in US-Geschichte

Bei der Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf vom Mexiko kamen im April 2010 elf Arbeiter ums Leben. Danach floss fast 90 Tage unkontrolliert Öl ins Meer, weil BP das Leck nicht stopfen konnte. Die größte Ölpest in der US-Geschichte hinterließ enorme Schäden in der Natur sowie für Fischerei und Tourismus. Allein um die Strafzahlungen leisten zu können, musste sich der britische Konzern von zahlreichen Geschäftsbereichen trennen.

Kompensationen gehen aus BP-Sicht zu weit

Zur Begleichung von Schadenersatzansprüchen hat BP außerdem etwa acht Milliarden Dollar beiseitegelegt. Die Ansprüche betreffen nicht etwa nur Fangausfälle von Fischern und Eigentumsschäden, sondern auch einen für BP besonders heiklen Punkt: Einnahmenverluste durch entgangene Geschäfte. Allein in dieser Frage werden Forderungen über mehr als 1,7 Milliarden Dollar als grundsätzlich berechtigt erachtet. Das Unternehmen befürchtet, dass die Zahlungen aus dem Ruder laufen, und hat laut BBC-Informationen deswegen die britische Regierung gebeten, sich einzuschalten.

Nach Darstellung des Konzerns wurden teils unseriöse und erfundene Ansprüche bedient, weil der Bevollmächtigte bestimmte Kriterien falsch anwende. Juneau wiederum zeigte sich enttäuscht von BP und legte daher Beschwerde vor Gericht ein. Er verwies darauf, dass es sich um einen einmaligen Rechtsfall handle. „Niemand hat je mit einem Streit wie diesem gerechnet“, sagte er.

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