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Razzien bei BP und Shell

Nach der EU-Kommission untersuchen einem Medienbericht zufolge nun auch die USA eine mögliche Manipulation des Ölpreises. Die Wettbewerbsbehörde FTC habe Ermittlungen eingeleitet, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf zwei eingeweihte Personen. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

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Die EU-Kommission hatte im Mai mehrere Ölfirmen durchsuchen lassen. Die Razzien fanden bei BP, Shell und Statoil statt. Die Unternehmen könnten der EU zufolge zusammengearbeitet haben, um die Preise bei dem Energieinformationsdienst Platts zu verzerren. Platts stellt aufgrund von Angaben der Händler den aktuellen Preis für Ölprodukte fest. Platts gehört zu dem US-Finanzkonzern McGraw-Hill. Diese Preisnotierungen gelten als Grundlage für milliardenschwere Abschlüsse im Handel mit Ölprodukten und Derivaten.

Außerdem könnten die Unternehmen andere Firmen davon abgehalten haben, sich an der Erfassung der gezahlten Preise durch die Preisagentur zu beteiligen. Ein solches Verhalten sei ein Verstoß gegen das Kartellrecht und ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

EU befürchtet Schädigung der Verbraucher

Selbst kleine Abweichungen könnten eine „riesige Wirkung“ auf die Preise für Rohöl und raffiniertes Öl haben und den Verbraucher daher schädigen, befürchtet die Kommission. Die Ermittler der EU-Kommission, die als oberste Kartellbehörde in der Europäischen Union fungiert, seien bei den Razzien von nationalen Wettbewerbshütern begleitet worden. Es handle sich um einen ersten Schritt bei der Ermittlung von wettbewerbswidrigem Verhalten. Die Durchsuchungen bedeuteten nicht, dass sich die Firmen tatsächlich einen Verstoß zuschulden kommen ließen.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatten 2011 die Internationale Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) damit beauftragt, die Rolle von Preisagenturen und die starken Ausschläge auf dem Weltölmarkt zu untersuchen. Die Aufsichtsbehörde hatte unter anderem vorgeschlagen, eine Verpflichtung zur Meldung aller Geschäftsabschlüsse einzuführen, die die Preisbemessung beeinflussen könnten.

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