Kosovo billigte Normalisierungsabkommen mit Serbien

Das kosovarische Parlament hat das Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen des Landes mit Serbien gebilligt. Die Abgeordneten in der Hauptstadt Prishtina stimmten dem unter Vermittlung der Europäischen Union im April gefundenen Kompromiss gestern mehrheitlich (84 von 110 Abgeordneten) zu.

Die drittgrößte Fraktion der in Opposition befindlichen, ultranationalistischen Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung), die sich für eine Vereinigung des Kosovo mit Albanien einsetzt, sprach sich gegen das Abkommen aus und versuchte, die Abstimmung zu verhindern.

Ausschreitungen vor Parlament

Vor dem Parlament in Prishtina demonstrierten etwa 300 Menschen gegen die Billigung des Texts. Einige von ihnen besprühten Polizisten mit Farbe, die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 17 Polizisten verletzt. Mindestens 68 Menschen seien festgenommen worden, die die Abgeordneten am Betreten des Parlaments gehindert hatten. Der Protest war von Vetevendosje organisiert worden.

Das Abkommen war nach mühsamen Verhandlungen zustande gekommen. Dabei ging es besonders um die Eingliederung der serbischen Minderheit im Nordkosovo in den kosovarischen Staat und zugleich Autonomierechte etwa in puncto ihrer Vertretung in Polizei und Justiz in der Region. Das Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, deren Anerkennung Belgrad strikt ablehnte.