US-Finanzaufsicht geht gegen Skandalfirma MF Global vor

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Die Verantwortlichen der Wall-Street-Skandalfirma MF Global müssen sich für den spektakulären Zusammenbruch vor zwei Jahren verantworten. Die US-Finanzaufsichtsbehörde (CFTC) wirft dem Management des Wertpapierhändlers vor, eine Milliarde Dollar (rund 770 Mio. Euro) an Kundengeldern missbräuchlich verwendet zu haben.

Größte Pleite seit Lehman

Die CFTC reichte gestern Klage gegen den damaligen Firmenchef John Corzine sowie die stellvertretende Leiterin der Finanzabteilung ein. Die Behörde will neben Schadenersatz und einer Strafzahlung auch ein Arbeitsverbot für die beiden in der Finanzindustrie durchsetzen. Das insolvente Unternehmen selbst soll 100 Millionen Dollar an Strafe zahlen.

MF Global war im Oktober 2011 wegen riskanter Finanzwetten auf europäische Staatsanleihen zusammengebrochen. Es war die größte Pleite an der Wall Street seit Lehman Brothers 2008. Dabei kam heraus, dass Geld auf den Konten der Kunden fehlte. Vermutet wird, dass damit Löcher in der Bilanz gestopft wurden. Corzine beteuerte bis zuletzt, nichts von den Unregelmäßigkeiten gewusst zu haben.