Handel: Samstag-Arbeit neu geregelt

Die Sozialpartner im österreichischen Handel - die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) - haben sich heute auf ein neues Modell für Samstagsbeschäftigung im Handel geeinigt.

Bisher war die ganztägige Beschäftigung von Handelsangestellten in Geschäften grundsätzlich nur jeden zweiten Samstag möglich („Schwarz-Weiß-Regelung“). Ab 1. September 2013 können Handelsangestellte im Rahmen des neuen Arbeitszeitmodells grundsätzlich jeden Samstag ganztags tätig sein. Voraussetzung ist, dass eine Betriebsvereinbarung oder in Betrieben ohne Betriebsrat ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen wird.

Anspruch auf „Super-Wochenenden“

Nach dem neuen Modell hat jeder Angestellte Anspruch auf fünf verlängerte sogenannte „Super-Wochenenden“ (= durchgehende Freizeit von Freitag bis Sonntag oder von Samstag bis Montag) im Zeitraum von sechs Monaten. Diese „Super-Wochenenden“ sind spätestens 13 Wochen im Vorhinein im Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu planen.

Für Rene Tritscher, Geschäftsführer der Bundessparte Handel der WKÖ, sei das eine wichtige Verbesserung für Angestellte in Elternteilzeit: „Künftig wird es für die großteils weiblichen Beschäftigten in Elternteilzeit auch möglich sein, jeden Samstag zu arbeiten, wenn sie das etwa aufgrund vorhandener Kinderbetreuung wünschen.“ Das Modell ist für jene Teilzeitbeschäftigten gültig, die bis zu 18 Stunden pro Woche arbeiten.

Zusätzlicher Urlaubstag

Jeweils ein nicht konsumiertes „Super-Wochenende“ könne in das nächste Halbjahr mitgenommen werden, erklärt Manfred Wolf, Geschäftsbereichsleiter Interessenvertretung der GPA-djp. „Um die Handelsbetriebe auch zur Einhaltung der Vereinbarung anzuhalten, bekommt der Beschäftigte anstelle eines verlängerten Wochenendes einen zusätzlichen Urlaubstag, wenn mehr als ein ,Super-Wochenende‘ pro Halbjahr nicht in Anspruch genommen wurde.“