Rassistische Aktion gegen Italiens schwarze Ministerin

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Gegen Italiens erste schwarze Ministerin Cecile Kyenge hat es erneut eine rassistische Aktion gegeben. In der Stadt Pescara etwa 200 Kilometer östlich von Rom hängten mutmaßliche militante Mitglieder der rechtsextremen Forza Nuova (Neue Kraft) an Laternenpfählen Henkersschlingen sowie Plakate auf, auf denen Slogans standen wie „Jeder sollte in seinem Land leben“.

Wie unterdessen bekanntwurde, leitete die Polizei Ermittlungen gegen Forza-Nuova-Mitglieder ein. Kyenge nahm in Pescara an einer Konferenz zu Einwanderung und Staatsbürgerschaft teil.

Lega-Nord-Senator entschuldigt sich

Die aus dem Kongo stammende Kyenge wurde seit ihrer Berufung zur Integrationsministerin im April Ziel zahlreicher rassistischer Angriffe. Dabei tut sich insbesondere die rechtspopulistische Lega Nord hervor, die mit dem Volk der Freiheit (PdL) von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi verbündet ist, sich derzeit aber in der Opposition befindet.

Am Wochenende verglich der Lega-Nord-Senator Roberto Calderoli die Ministerin mit einem Orang-Utan. Regierungschef Enrico Letta von der Demokratischen Partei nannte die Äußerungen in einer offiziellen Erklärung „unentschuldbar“. Calderoli hat sich mittlerweile bei Kyenge für seine Äußerung entschuldigt, einen Rücktritt - wie von mehreren Politiker gefordert - lehnte er jedoch ab.