Gerüchte über mögliche Freilassung von Timoschenko

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Ein neues Treffen ranghoher EU-Vertreter mit der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat Gerüchte über eine mögliche Freilassung der Politikerin angefacht.

Beobachter sehen den Besuch des polnischen Ex-Präsidenten Aleksander Kwasniewski und des früheren EU-Parlamentschefs Pat Cox aus Irland als Versuch der EU, eine Behandlung der kranken Ex-Regierungschefin im Ausland durchzusetzen.

Bewegung in dem Fall gilt als Bedingung für eine Unterschrift der EU unter ein wichtiges Assoziierungsabkommen mit der Ukraine. Bisher verweigert das Land eine Ausreise Timoschenkos. Kwasniewski und Cox hätten zum vierten Mal in wenigen Wochen Timoschenko in einer Klinik der ostukrainischen Stadt Charkiw besucht, berichteten örtliche Medien heute.

Seit mehr als einem Jahr in Behandlung

Die 52-Jährige wird dort seit mehr als einem Jahr unter anderem wegen der Folgen eines Bandscheibenleidens auch von Ärzten der Berliner Charite behandelt. Timoschenkos Partei forderte mit Nachdruck ihre Freilassung.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg hatte die Verhaftung der Oppositionspolitikerin im August 2011 als ungesetzlich gerügt. Sie sitzt seit Oktober 2011 eine international kritisierte siebenjährige Haftstrafe wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs ab.