Rätselhaftes Delfinsterben an US-Ostküste

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Bei einem rätselhaften Massensterben verenden derzeit Hunderte Delfine an der Ostküste der USA. Allein an der Küste des Staates Virginia wurden nach Angaben der US-Umweltbehörde NOAA im Juli 45 Kadaver angeschwemmt - normal sind sieben.

Im August registrierte die Behörde sogar 80 tote Tiere. Auch andere Staaten melden eine Häufung toter Delfine. Betroffen sind vor allem Große Tümmler.

„Derzeit stranden mehr als siebenmal so viele Delfine an der Küste der Mittelatlantik-Staaten wie normal“, teilte die für den Schutz der Ozeane zuständige NOAA mit. „Alle Altersklassen sind betroffen, und angespült werden manchmal noch lebende Tiere, zumeist aber tote, einige von ihnen schon stark verwest.“

Infektion vermutet

Die angespülten Tiere sind deutlich abgemagert, viele weisen Lungenverletzungen auf. Die Forscher vermuten daher eine Infektion - tappen bei deren Herkunft aber noch im Dunkeln.

„Eine Infektion ist die wahrscheinlichste Variante, aber wir müssen alle Möglichkeiten untersuchen.“ Es gebe noch keine Hinweise, ob eine mögliche Erkrankung der Tiere auch für Menschen gefährlich sein könnte. Gleichwohl solle aber jeder zu Delfinkadavern und auch verendenden Tieren Abstand halten.

Vor der US-Ostküste leben Zehntausende Delfine. Wissenschaftler zählen jedes Jahr knapp 100 gestrandete Tiere. In diesem Jahr sind es bisher schon etwa 300. Im Juli war die Zahl vor allem in Virginia in die Höhe geschossen, im August auch in New Jersey. Deutlich mehr tote Tiere melden aber alle Staaten zwischen New York und Virginia.