Iran beruft bisherigen IAEA-Botschafter ab

Der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh, wird im September von seinem Posten abgezogen. Beobachter sehen darin ein weiteres Zeichen für den Wunsch des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rouhani, mit dem Westen zu einer Verständigung über das umstrittene Atomprogramm seines Landes zu kommen.

Soltanieh war bei den Treffen der IAEA als Hardliner aufgetreten und hatte meist ergebnislose Verhandlungen mit der Atombehörde geführt. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte der Atomphysiker, dass seine Mission am 1. September beendet sein werde. Er sei stolz, seinem Land gedient zu haben und werde nach seiner Rückkehr in die Heimat weiter seinem Land dienen, sagte er.

„Ahmadinedschads Gesicht in Wien“

Der Abberufung Soltaniehs war die Ernennung des als pragmatisch geltenden bisherigen Außenministers Ali Akbar Salehi zum Chef der iranischen Atomenergie-Organisation am vergangenen Freitag vorausgegangen. Er ersetzt den Hardliner Fereydoun Abbasi-Davani. Ein westlicher Diplomat bei der IAEA sagte, Soltanieh sei das „Gesicht“ der früheren iranischen Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Wien gewesen.

Soltaniehs Ablöse wäre demnach ein Hinweis darauf, dass Rouhani eine neue Atmosphäre bei den Verhandlungen Teherans mit der Internationalen Gemeinschaft schaffen wolle. Rouhani hat im Wahlkampf versprochen, den Atomstreit durch Verhandlungen zu lösen. Wegen des Konflikts um die iranische Urananreicherung hat der Weltsicherheitsrat Sanktionen gegen Teheran verhängt, die der iranischen Wirtschaft und Bevölkerung schwer zu schaffen machen.