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Fotokulisse statt persönlicher Tipps

Eric Schneiderman, Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates New York, wirft dem Immobilienmillionär Donald Trump in Zusammenhang mit dessen „Trump University“ Betrug im großen Stil vor. Es liefen Ermittlungen wegen Betriebs ohne Genehmigung und Täuschung der Kunden, schrieb Schneiderman am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. Trump nutze seine Bekanntheit aus, um „falsche Versprechen“ zu machen.

Laut der Anklage lockte die angebliche Universität die Studenten mit dem Versprechen, „reich zu werden“. Stattdessen seien die angebotenen Seminare einzig teuer und nutzlos gewesen, so Schneiderman. Auch wurden sie anders als in den Werbematerialien angekündigt nicht von handverlesenen Kursleitern, die von Trump selbst ausgewählt wurden, geführt. Selbst zugesagte Praktika habe die Universität nicht vermitteln können.

Donald Trump neben einem Bildschirm mit dem Logo der Trump University

AP/Bebeto Matthews

Trump 2005 bei der Eröffnung seiner „Universität“

Viele der Eingeschriebenen, die zwischen 1.495 und 35.000 Dollar gezahlt hätten, wurden zudem in dem Irrglauben belassen, den 67-jährigen Trump persönlich zu treffen. In Wirklichkeit konnten sie sich gerade einmal vor einem lebensgroßen Abbild des Reality-TV-Stars ablichten lassen.

Schuldenberg statt Immobiliendeals

„Die Trump-Universität verließ sich in vollem Bewusstsein und unter Teilnahme von Donald Trump allein auf dessen Bekanntheit und Prominentenstatus und nutzte damit Kunden aus, die an die Marke Trump glaubten“, so Schneiderman. „Trump hat die Leute dazu gebracht, Zehntausende Dollar, die sie sich nicht leisten konnten, in eine Ausbildung zu investieren, die sie nie erhielten.“

Viele der Nachwuchsmanager sollen nach der vermeintlichen Ausbildung kein einziges Immobiliengeschäft abgeschlossen haben, sondern stattdessen vor einem Schuldenberg gestanden sein. Schneiderman zufolge zahlten etwa 5.000 Teilnehmer von der Gründung 2005 bis zum Jahr 2011 rund 40 Millionen Dollar (knapp 30 Mio. Euro). Diese Summe fordert der Generalstaatsanwalt nun ein.

Trump: „Anklage dumm und unproduktiv“

Trump, kein Mann der leisen Töne, reagierte auf Twitter, indem er Schneiderman als „dumm“ und „unproduktiv“ bezeichnete. In einer Umfrage hätten schließlich 98 Prozent der Trump-Studenten ihre Ausbildung als „ausgezeichnet“ eingestuft. Zudem warf der Millionär dem Generalstaatsanwalt eine „Hexenjagd“ vor. Er sieht die Klage politisch motiviert. Er habe mit 12.500 Dollar wohl im Wahlkampf 2010 zu wenig für Schneiderman gespendet, so Trump und gab an, sich nicht erpressen zu lassen.

Einnahmen aus Ratgebern, Reality-TV

Trump gründete die private „Universität“ im Jahr 2005. Inzwischen benannte er sie in „Trump Entrepreneur Institute“ (Trump-Unternehmerinstitut) um, da keine Lizenz für die Bezeichnung Universität vorgelegt werden konnte. Der US-Immobilienmillionär hat in den USA eine breite Fangemeinde, verkörpert er für viele doch den amerikanischen Traum. Trotz einiger Pleiten erholte sich sein Unternehmen immer wieder, Trump selbst gilt als erfolgreicher Lebemann und weiß sich entsprechend zu inszenieren.

Seine zahlreichen Ratgeber (etwa „Wie man reich wird“, „Der Wegweiser zum Erfolg“ und „Denken wie ein Milliardär“) sind in den USA Bestseller. In der eigenen Reality-TV-Sendung „The Apprentice“ stellte er elf Staffeln lang den Managementnachwuchs auf die Probe. Wer nicht erfolgreich ist, hat in Trumps Welt nichts verloren, so das Image des Managers, der in dritter Ehe mit einem 22 Jahre jüngeren Model verheiratet ist.

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