Weißrussland plant Beschlagnahmungen im Kali-Streit

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Der Kali-Streit zwischen Russland und Weißrussland spitzt sich immer weiter zu. Nach der Festnahme des Chefs des russischen Kali-Weltmarktführers Uralkali, Wladislaw Baumgertner, planen die weißrussischen Behörden nun, Immobilien und andere Vermögenswerte von Uralkali zu beschlagnahmen, wie die russische Nachrichtenagentur RIA gestern berichtete. Kali ist neben Stickstoff und Phosphat einer der Hauptbestandteile von Düngemitteln.

Der Streit entbrannte im Juli am überraschenden Ausstieg von Uralkali aus dem gemeinsamen Handelskonsortium BPC mit der weißrussischen Belaruskali. Die Hintergründe dafür sind unklar. Für Weißrussland ist das Ende der Allianz besonders schmerzlich, da Kali einer der wichtigsten Devisenbringer für das Land ist, das von Präsident Alexander Lukaschenko seit 1994 mit harter Hand regiert wird. Weißrussische Ermittler schätzen den Schaden für das Land auf rund 100 Millionen Dollar.

Schuwalow: „Absolut inakzeptabel“

Russland reagierte empört auf die Festnahme Baumgertners. Vizeministerpräsident Igor Schuwalow sagte: „Was geschehen ist, ist absolut inakzeptabel.“ Die Situation sei „sonderbar, unangemessen und passe nicht zu einer Partnerschaft“.

Uralkali und Belaruskali waren acht Jahre lang Partner im Joint Venture BPC, das für 43 Prozent der weltweiten Kali-Exporte steht. Das Ende der Zusammenarbeit hat weltweit Wellen an den Kali-Märkten geschlagen, weil Experten einen Preisverfall vorhersagen. Der Aktienkurs der deutschen Kaliproduzenten K+S geriet deutlich unter Druck, befand sich aber nach dem Bericht über Baumgertners Festnahme auf Erholungskurs.