US-Geheimdienst spionierte Rousseff und Pena Nieto aus

Der US-Geheimdienst NSA soll die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und den späteren mexikanischen Staatschef Enrique Pena Nieto ausspioniert haben. Das berichtete der brasilianische Fernsehsender Globo gestern unter Berufung auf Informationen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Die brasilianische Regierung reagierte empört und bestellte gestern den US-Botschafter ein.

Ein Sprecher des Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, von dem US-Botschafter Thomas Shannon seien Erklärungen zu den Vorwürfen verlangt worden. Die US-Botschaft bestätigte, dass Shannon am Montagmorgen das Ministerium aufgesucht habe, wollte sich zu den Inhalten des Gesprächs aber nicht äußern.

Der Bericht des TV-Senders stützt sich auf ein geheimes NSA-Dokument. Demnach nutzte die NSA ein spezielles Softwareprogramm, um die Kommunikation von Rousseff und ihren Mitarbeitern per Telefon und Internet zu überwachen. Dem Dokument zufolge erlaubt das Programm, „eine Nadel in einem Heuhaufen“ zu finden.

Es habe sich um eine „einfache und effiziente Infiltrierung“ gehandelt, die Zugang zu auf anderen Wegen unzugänglichen Informationen erlaubt habe, hieß es in dem Dokument, das dem Fernsehsender von dem Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald zur Verfügung gestellt wurde. Der US-Journalist berichtet für die britische Tageszeitung „The Guardian“ aus Brasilien.