PKK stoppt Abzug von Kämpfern aus der Türkei

Die kurdische Untergrundorganisation PKK hat ihren Abzug aus der Türkei in den Nordirak gestoppt und Ankara Mangel an Friedensbereitschaft vorgeworfen. Die türkische Regierung habe keine Schritte zur Lösung der Kurdenfrage unternommen, hieß es heute. Eine am 23. März verkündete Waffenruhe solle aber in Kraft bleiben.

Kurswechsel zu politischem Kampf

Die PKK hatte im Mai offiziell mit dem Abzug von Kämpfern in den Irak begonnen und erklärt, den Weg für eine schrittweise Friedenslösung in dem jahrzehntelangen Konflikt einzuschlagen. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hatte im März einen Kurswechsel hin zu einem politischen Kampf für die Rechte der Kurden gefordert.

Warnung an türkische Regierung

Die PKK-Führung warf der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan heute vor, sich unverantwortlich zu verhalten und auf die Bemühungen der Kurden keine ausreichende Antwort gegeben zu haben.

Es habe keine Freilassung Gefangener und keine Änderungen am umstrittenen Anti-Terror-Gesetz gegeben. Das Militär baue aber Außenposten aus. „Der Stopp des Abzugs soll die Regierung dazu bringen, das Vorhaben ernst zu nehmen und die nötige Schritte zu tun“, hieß es in der Erklärung.