Minister Sarif: Iran lässt sich im Atomstreit nicht einschüchtern

Trotz der angedeuteten Kompromissbereitschaft will die neue iranische Regierung im Atomstreit mit dem Westen nicht klein beigeben. „Wir gehen mit Entgegenkommen in die Verhandlungen, lassen uns aber weder einschüchtern noch unserer Rechte berauben“, sagte der iranische Außenminister Mohammed Jawad Sarif gestern.

Dennoch gehe der Iran mit einer neuen Einstellung in die Verhandlungen über sein Atomprogramm. Angestrebt werde ein Ergebnis zu beiderseitigem Vorteil. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

Teheran werde der Gegenseite klarmachen, dass das Land keine Nuklearwaffen wolle und dies auch nie Teil der politischen Doktrin gewesen sei. Das iranische Atomprogramm sei und bleibe friedlich, es sei im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags und unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde. „Was wir tun, ist kompatibel mit allen internationalen Vorschriften, die Sanktionen (gegen den Iran) dagegen nicht“, sagte Sarif in einem Interview mit dem iranischen Nachrichtensender Press TV.

USA besorgt über Atomaktivitäten

Die USA äußerten sich unterdessen besorgt über die jüngste Ausweitung des iranischen Atomprogramms. Der US-Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Joseph Macmanus, sagte in Wien, die Islamische Republik habe ihre Kapazitäten zur Urananreicherung weiter ausgebaut und dabei auch moderne Zentrifugen installiert. Das sei eine „besorgniserregende Eskalation einer bereits verbotenen Aktivität“.

Auch die Baufortschritte an der Plutoniumfabrik am Standort Arak seien keine gute Nachrichten. Gleichwohl bekräftigte er das Interesse an einer diplomatischen Lösung mit der neuen politischen Führung in Teheran.