Ägyptische Armee stürmt Unruhegebiet bei Kairo

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Die ägyptischen Sicherheitskräfte haben gestern eine Offensive gegen militante Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi gestartet. Bei Tagesanbruch rückten Armee und Polizei in die Ortschaft Kerdasa bei Kairo ein, um das Gebiet wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei heftigen Schusswechseln mit Islamisten wurde ein Polizeigeneral getötet. Mindestens neun Polizisten und Soldaten wurden durch eine Handgranate verletzt.

„Die Sicherheitskräfte werden sich nicht zurückziehen, bis Kerdasa von allen terroristischen und kriminellen Nestern gereinigt ist“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Nachrichtenagentur MENA meldete, 65 Personen seien festgenommen und Dutzende Waffen konfisziert worden.

In Kerdasa gab es seit dem Angriff von Islamisten auf die dortige Polizeiwache am 14. August keine staatliche Gewalt mehr. Als Reaktion auf die gewaltsame Auflösung von Protestcamps der Mursi-Anhänger in Kairo hatten militante Islamisten damals die Polizeiwache mit Panzerfäusten beschossen und niedergebrannt. Elf Polizisten kamen ums Leben.

Video dazu in iptv.ORF.at

Scharia-Richter

Nach der Muslimbruderschaft nehmen sich die ägyptischen Sicherheitskräfte unterdessen nun auch führende Salafisten vor. In der Stadt al-Arisch auf der nördlichen Sinai-Halbinsel wurde mit Scheich Asaad al-Beek der Richter eines inoffiziellen islamischen Gerichts festgenommen. Augenzeugen berichteten, ein Großaufgebot von Armee und Polizei habe ihn in der Wohnung festgenommen, in der er seine Verfahren abhielt. Bereits zuvor wurden drei weitere Scharia-Richter festgesetzt.