Entführungen und Attentate vor libyscher Wahl

Unbekannte haben in Libyen einen Sohn von Verteidigungsminister Abdullah al-Thani entführt. Das berichtete ein Mitarbeiter des Ministeriums heute in Tripolis. Es ist bereits die zweite Entführung in dieser Woche, bei der ein politischer Hintergrund vermutet wird.

Nasreddin Suwaisi, ein Berater von Ministerpräsident Ali Seidan, war am Montag in der Hauptstadt verschleppt worden. Er sei heute freigelassen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur LANA unter Berufung auf das Innenministerium. Wer hinter der Entführung steckt, blieb unklar.

Welle von Attentaten vor Wahlen

Neben den Entführungen belastet auch eine Welle von Attentaten im Osten des Landes das politische Klima. Umso enthusiastischer begrüßte die UNO-Mission in Tripolis die jüngsten Fortschritte bei den Vorbereitungen für die Wahlen zum Verfassungsrat. "Trotz riesiger Herausforderungen macht Libyen weiter Fortschritte bei der Umsetzung seines Fahrplans für die Übergangszeit, sagte der UNO-Gesandte Tarek Mitri.

Die Wahlkommission kündigte an, die Registrierung der Kandidaten für die Wahl der 60-köpfigen Verfassunggebenden Versammlung werde Anfang Oktober beginnen. Die Wähler würden dann in der zweiten Oktober-Hälfte registriert. Der Wahltermin steht noch nicht fest.