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Nachbaur dementiert Rückforderung

Die stellvertretende Parteichefin des Teams Stronach (TS), Kathrin Nachbaur, hat es zwar dementiert - aber Frank Stronach fordert offenbar doch Geld von einzelnen Landesparteien zurück. Laut der ehemaligen Parteichefin in Niederösterreich, Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, gegenüber dem „Kurier“ (Freitag-Ausgabe) stellt der Parteigründer seinen Kredit an die Partei fällig.

Nachbaur sagte am Donnerstag, Stronach wolle definitv kein frisches Geld mehr in die Partei stecken: „Er wird kein Geld mehr in die Partei geben“, so Nachbaur im ORF-Radio. „Er hat Startkapital gegeben, jetzt müssen wir schauen, dass wir effizient wirtschaften.“ Nachbaur dementierte aber, dass der Parteigründer seine Millionen zurückwolle.

3,5 Millionen Euro in fünf Jahren

Anders sieht das die abgesetzte niederösterreichische Landeschefin: Demnach soll das TS Niederösterreich laut Kaufmann-Bruckberger in fünf Jahren 3,5 Millionen Euro zurückzahlen. Die Ex-Landeschefin sagte dem „Kurier“, dass ein Darlehensvertrag zwischen der Landespartei und der Bundespartei geschlossen worden sei, „um die Millionen zurückzubekommen“. Mit der jetzigen Umbesetzung im Land - sie wurde als Parteichefin durch Renate Heiser-Fischer ersetzt - „ist offensichtlich, dass er Zugriff auf die Parteikassen haben will. Er will sich das Geld zurückholen.“

Stronach-Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger

APA/Herbert Pfarrhofer

Die abgesetzte niederösterreichische TS-Chefin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger

Laut dem Bericht im „Kurier“ vergab Stronach in Summe 15 Millionen Euro an Krediten. 9,5 Millionen flossen laut Rechnungshof als Spende. „Wenn er die 15 Millionen Euro zurückwill, ist das Projekt gestorben“, sagt ein Parteimitglied. Derzeit sehe es so aus.

Die Rückzahlung ist auch rechtlich nicht einfach. So dürfe die Förderung des Parlamentsklubs in Höhe von 2,3 Millionen und die der Parteiakademie von 1,2 Millionen nicht dafür verwendet werden, weil Klubs nichts an Parteien spenden dürfen, sagte Parteienfinanzierungsexperte Hubert Sickinger gegenüber Ö1 - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Spaltung bei TS Kärnten möglich

Auch von Kärnten soll der Milliardär eine Million zurückfordern. Im Kärnter TS rumort es nach dem Wahlausgang sowieso ordentlich. Nach der Absetzung von Landesobmann Gerhard Köfer zeichnet sich dort eine Spaltung ab. Köfer hat große Teile der Landesorganisation hinter sich, die Entscheidung über eine mögliche Trennung soll am Montag fallen. Auch TS-Landtagsabgeordneter Martin Rutter legte sein Amt zurück - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Mayr von „Einkehr der Basisdemokratie“ überzeugt

Die Situation in Salzburg schaut offenbar anders aus. Laut dem ehemaligen TS-Landeschef und Landesrat Hans Mayr im ZIB2-Interview am Donnerstag muss die Partei nichts zurückzahlen. Die Landespartei in Salzburg sei gleich nach der Wahl eigenständig geworden und habe seither kein Geld mehr von Stronach bekommen. Man habe sich entschlossen, die Partei selbst zu finanzieren, „damit keine finanzielle Abhängigkeit entsteht“. Daher habe man in Salzburg die Sache im Mai „gut geregelt“, so Mayr.

Mayr äußerte auch die „feste Überzeugung, dass Basisdemokratie im Team Stronach einkehren wird. Das hat Kathrin Nachbaur so gesagt, und ich glaube ihr das“ - auch wenn das, was in den vergangenen drei Tagen passiert sei, wenig mit Demokratie zu tun habe.

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