Vietnam trauert um Kriegshelden Vo Nguyen Giap

Der legendäre vietnamesische General Vo Nguyen Giap ist gestern im Alter von 102 Jahren gestorben. Das gab die Regierung in Hanoi bekannt. Giap besiegelte die Niederlage der französischen Kolonialtruppen 1954 in der Schlacht von Dien Bien Phu und trug später mit dem Fall von Saigon im April 1975 entscheidend zum Abzug der US-Armee bei. Nach dem Revolutionsführer Ho Tschi Minh genoss Giap in Vietnam zeitlebens die größte Popularität.

Nach Hos Tod im Jahr 1969 verlor Giap allerdings zusehends an Einfluss. Der als Militärstratege und Kriegsheld verehrte General wurde 1980 von seinem Posten als Verteidigungsminister abgesetzt, den er seit 1946 innehatte. Zwei Jahre später wurde er auch aus dem Politbüro der Kommunistischen Partei ausgeschlossen.

Noch während der 1990er Jahre meldete sich Giap immer wieder zu unbequemen Themen wie Korruption und Umweltverschmutzung im Zusammenhang mit dem Bauxitbergbau zu Wort. Der Gründer der vietnamesischen Volksarmee inspirierte mit seiner Guerillataktik antikoloniale Kämpfer in der ganzen Welt. 2007 erklärte der damalige südafrikanische Präsident Thabo Mbeki: „In unserem eigenen Kampf war General Giap einer unser Nationalhelden.“ Die vergangenen drei Jahre verbrachte Giap in einem Militärkrankenhaus in Hanoi. Er hinterlässt seine Frau Dang Bich Ha und vier Kinder.