Nordkorea nimmt offenbar Reaktor wieder in Betrieb

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Nordkorea hat laut Informationen des südkoreanischen Geheimdienstes kürzlich seinen Plutoniumreaktor wieder in Betrieb genommen. Wie Abgeordnete heute gegenüber südkoreanischen Medien sagten, schrieb der Geheimdienst in einem Bericht an den zuständigen Ausschuss des Parlaments, dass der Fünfmegawattreaktor in der Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren worden sei.

Bereits vergangene Woche hatte das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität berichtet, dass Satellitenbilder vom 19. September zeigten, dass bei dem Reaktor aus einem Abfluss des Kühlsystems heißes Wasser in einen Fluss fließe.

Ende Juli war das auf Satellitenbilder nicht der Fall gewesen. Das Kühlsystem ist essenziell, um den Reaktor zu kühlen, seitdem 2008 im Zuge einer Abrüstungsinitiative der Kühlturm des Kraftwerks abgerissen wurde.

„Alptraumartiger Zustand“

Die Regierung in Pjöngjang hatte nach ihrem dritten Atomtest im Februar gedroht, dass sie den Reaktor in Yongbyon wieder hochfahren könnte. Russland warnte daraufhin, dass die Inbetriebnahme des 1986 erbauten Reaktors zur Katastrophe führen könnte.

Ein russischer Diplomat sagte im September, der Reaktor, dessen Bauplan noch aus den 1950er Jahren stammt, sei in einem „alptraumartigen Zustand“.