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13 Beamte festgenommen

Die mexikanische Polizei hat 18 mutmaßliche Mitglieder einer Entführerbande festgenommen, darunter 13 Polizeibeamte. Die 18 Verdächtigen würden mit mindestens fünf Morden und vier Entführungen in Verbindung gebracht, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Die Bande war demnach im Badeort Acapulco am Pazifik aktiv.

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Die 13 Polizeibeamten wurden den Angaben zufolge in der Zentrale der Nationalen Sicherheitskommission in Mexiko-Stadt festgenommen und in Gefängnisse in den nördlichen Bundesstaaten Tamaulipas und Sonora gebracht. Es handle sich ausschließlich um Beamte niedriger Dienstränge, sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Regierungssprecher Eduardo Sanchez. „Kein Akt der Korruption von irgendeinem staatlichen Bediensteten wird hingenommen werden“, fügte er hinzu.

81 Polizeibeamte verhaftet

„In unseren Institutionen ist kein Platz für Verschwörungen“, sagte Sanchez. „Das Gesetz wird mit voller Härte alle öffentlich Bediensteten treffen, die das Vertrauen der Bürger missbrauchen.“ Die Bande war nach internen Ermittlungen der Bundespolizei aufgeflogen.

Seit dem Amtsantritt von Staatschef Enrique Pena Nieto Anfang Dezember vergangenen Jahres wurden bereits 81 Bundespolizisten wegen diverser Vergehen festgenommen. Nach Schätzungen des mexikanischen Statistikamtes gab es vergangenes Jahr mehr als 105.000 Entführungen in Mexiko. Die Dunkelziffer ist allerdings hoch, da viele Betroffene die Vorfälle nicht meldeten.

73 Entführungsopfer befreit

In der letzten Zeit häufen sich Meldungen über Entführungen in Mexiko. Erst vor einer Woche befreite die Polizei 73 Menschen aus der Gewalt von Entführern. Bei der Razzia in der Stadt Reynosa im Bundesstaat Tamaulipas seien elf Verdächtige festgenommen worden, teilte die örtliche Regierung mit. Außerdem hätten die Polizisten Waffen, Munition und Drogen beschlagnahmt. Die Entführungsopfer stammten demnach aus Mexiko und Mittelamerika. Sie seien in einem Haus festgehalten und zum Teil misshandelt worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Von ihren Familien sollte offenbar Lösegeld erpresst werden.

Spezialeinheit für Entführungsopfer

Drogenkartelle verschleppen in Mexiko jedes Jahr Tausende Einwanderer aus Mittelamerika auf ihrem Weg in die USA. Sie erpressen deren Familien oder zwangsrekrutieren die Migranten. Viele Entführungsopfer verschwinden spurlos oder werden getötet. Im August wurde daher eine forensische Spezialeinheit zur Aufklärung dieser Fälle ins Leben gerufen. Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam unterzeichnete mit Vertretern von Opferverbänden und Menschenrechtsorganisationen ein entsprechendes Abkommen.

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