Snowden traf Vater in russischem Exil

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Der Vater des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden hat seinen Sohn an einem geheimen Ort in seinem russischen Exil besucht und das Land inzwischen wieder verlassen.

Edward und Lon Snowden hätten ein „emotionales“ Treffen hinter sich, teilte der Anwalt des von der US-Justiz wegen Geheimnisverrats gesuchten Sohns, Anatoli Kutschenera, heute mit. Laut russischen Medienberichten hatte sich Snowdens Vater seit dem 10. Oktober in Russland aufgehalten.

„Snowden senior ist sehr glücklich darüber, wie er in Russland empfangen wurde und wie sein Sohn behandelt wird“, sagte Kutschenera der russischen Nachrichtenagentur Interfax. „Er liebt seinen Sohn immer noch sehr und hält ihn für einen anständigen Menschen, der das Richtige getan hat“, fügte der Anwalt hinzu. Der Vater wolle Snowden „auch in Zukunft unterstützen“. Wann der Vater Russland verließ, wollte Kutschenera laut Interfax nicht angeben.

Snowden hatte im Juni damit begonnen, geheime Informationen über umfangreiche Spähprogramme, mit denen der US-Geheimdienst NSA und andere Nachrichtendienste weltweit massenhaft E-Mails und Telefonate überwachen, an die Tageszeitungen „Washington Post“ und „Guardian“ weiterzugeben. Er flüchtete zunächst nach Hongkong und erhielt schließlich in Russland Asyl. Wegen der Enthüllungen wird der 30-Jährige von den USA per Haftbefehl gesucht.