Voves wettert gegen „Farbenkastl“-Regierung

Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) hat Kritiker aufs Korn genommen, und zwar deftig wie schon lange nicht. In einem Interview mit dem Gratismagazin „weekend“ echauffierte er sich beim Vorwurf des „Drüberfahrens“ und der geforderten Mitbestimmung: „Aber wenn man wirklich jeden Menschen einzeln zu jedem Thema befragt - jede Blume, jeden Maikäfer, jeden Regenwurm müssten wir also in Zukunft fragen, denn so wird Direktdemokratie zurzeit interpretiert -, dann kann ich Ihnen nur sagen: Wir sind zu 60 Prozent bewaldet in der Steiermark. Wir haben also auf den Bäumen, wo manche wieder zurück hinaufwollen, genügend Platz.“

Voves, der sich einmal mehr als Verfechter der repräsentativen Demokratie zu erkennen gab, wies auch einen Vergleich mit der Schweiz und ihrer Form der Partizipation zurück: „Wir haben nicht deren Reife.“ Der Hintergrund sei beim Nachbarn eben ganz anders: „Und dann kommen so ‚Gupfinger‘ daher und vergleichen die Schweiz und Österreich.“

„Buberln mit Schmiss“

Keine Freude hat Voves mit einer Mehrparteien-Bundesregierung: „Wollen Sie das wirklich erleben, dass die tagtäglich an einem Tisch sitzen, wo echte Entscheidungen zu treffen sind?“ Wen er damit meinen könnte, ließ er auch durchblicken: „Bildung, Pensionen - das wollen Sie von vier Parteien nach Farbenkastl abstimmen lassen? Das lassen sie z. B. alles von den Fundis bei den Grünen mitabstimmen - neben dem Häkeln und Stricken?“

Im Zusammenhang mit dem FPÖ-Wahlerfolg in der Steiermark erinnerte der SPÖ-Landesvorsitzende an die hohen zusätzlichen Schulden der letzten freiheitlichen Regierungsbeteiligung, um festzuhalten: „Zuerst waren es die Haider-Buberln im Allgemeinen, jetzt kommen die Buberln mit Schmiss - und wenn die Leute meinen, das ist es, was wir brauchen, und die beiden Parteien, die den Sozial- und Wohlfahrtsstaat geschaffen haben, müssten abgestraft werden, dann müssen wir das zur Kenntnis nehmen.“