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Zahlen und Fakten zum neuen Nationalrat

Die neue Legislaturperiode bringt 60 neue Gesichter in den Nationalrat. Die Frauenquote liegt im neuen Nationalrat bei einem Drittel. Sechs Abgeordnete könnten schon ihre Alterspension genießen, die Jungen sind diesmal in zweistelliger Zahl vertreten. Im Folgenden einige Zahlen und Fakten zum Auftakt der Gesetzgebungsperiode:

Die Neuen: 104 von 183 Abgeordneten gehörten auch dem letzten Nationalrat an, das ergibt - vor der Regierungsbildung - 79 „Neue“. Freilich werden sich die Zahlen wohl vor allem bei SPÖ und ÖVP nach der Regierungsbildung noch verschieben, da beinahe alle Regierungsmitglieder mit Mandaten versorgt wurden und zumindest einige davon wohl auch dem nächsten Kabinett angehören werden. Alle Regierungsmitglieder bis auf Gesundheitsminister Alois Stöger, Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Staatssekretär Josef Ostermayer (alle SPÖ) sind damit vorläufig auch Abgeordnete.

Die ÖVP empfängt in ihrem 47-köpfigen Klub gleich 23 Neuzugänge und ist damit die Fraktion mit dem größten Sesselrücken. Es folgen SPÖ und FPÖ mit 19 beziehungsweise 13 Neuen. Alle neun NEOS-Mandatare ziehen erstmals in den Nationalrat ein, auch acht der zehn Team-Stronach-Abgeordneten und die „wilde“ Mandatarin Monika Lindner. Vergleichsweise stabil ist der grüne Klub mit nur sechs Neuzugängen.

Die Rückkehrer: Zwar nehmen am Dienstag 79 Abgeordnete im Plenarsaal Platz, die nicht dem letzten Nationalrat angehörten. Parlamentarische Erfahrung haben allerdings dann doch etliche. 16 von ihnen saßen bereits im Nationalrat einige wie Gerald Klug (SPÖ), Christian Hafenecker (FPÖ) und Leo Steinbichler (Team Stronach (TS)/früher ÖVP) im Bundesrat. Außerdem sind nach einer Pause nun Metallerchef Rainer Wimmer (SPÖ), der Landwirt Norbert Sieber (ÖVP) und die früheren Landesparteichefs Barbara Rosenkranz und Gerald Hauser (beide FPÖ) wieder im Parlament.

Die Routiniers: Mit Abstand am längsten im Nationalrat sitzen Jakob Auer (ÖVP) und Josef Cap (SPÖ). Beide zogen 1983 in den Nationalrat ein und seither nicht mehr aus. Drei Jahre später ein Mandat eroberte Peter Pilz (Grüne), der allerdings zwischenzeitlich acht Jahre in der Wiener Kommunalpolitik tätig war.

Frauen: 61 Abgeordnete und damit genau ein Drittel sind weiblich. Die einzige Fraktion mit mehrheitlich Frauen sind die Grünen (13 von 25 bzw. 52 Prozent). Zum Vergleich: Die ÖVP hat zwar um 22 Mandate, aber nur um eine Mandatarin mehr als die Grünen (29,8 Prozent). Die schwächste Frauenquote haben die Freiheitlichen mit 17,5 Prozent. Kaum besser sieht es bei NEOS mit 20 Prozent aus. Die SPÖ kommt auf eine Quote von 38 Prozent.

Junge: Gleich zehn Abgeordnete sind 30 oder jünger. Nationalratsjunior ist der Grüne Julian Schmid mit 24. Aus der Gruppe 30 minus kommen noch Sigrid Maurer (Grüne/28), Daniela Holzinger (SPÖ/26), Katharina Kucharowits (SPÖ/30), Asdin El Habbassi, Evamaria Himmelbauer (beide ÖVP/26), Sebastian Kurz (ÖVP/27), Petra Steger (FPÖ/26), Philipp Schrangl (FPÖ/28) und Nikolaus Scherak (NEOS/27). Als einzige Fraktion niemanden in der Altersgruppe hat das TS, dafür ist dessen jüngste Abgeordnete, nämlich Kathrin Nachbaur (34), gleich Klubobfrau - wenn auch vorerst nur symbolisch, da die eigentliche Klubführung vorerst der Ex-FPÖ-Abgeordneten Waltraud Dietrich obliegt.

Senioren: Gäbe es in Österreich wie in Deutschland einen Alterspräsidenten, so würde Frank Stronach die Eröffnungsrede der neuen Gesetzgebungsperiode halten. Mit 81 Jahren ist der Parlamentsneuling mit Abstand der älteste österreichische Nationalratsabgeordnete. Auf Platz zwei folgt die dem TS entsprungene „wilde“ Abgeordnete Monika Lindner, die ihren 69. Geburtstag bereits hinter sich hat. Insgesamt sind 18 Mandatare 60 oder älter: sechs ÖVP-Mandatare, sechs rote, drei blaue, ein grüner und eben Stronach und Lindner.

NEOS erweist sich wahrlich als junge Partei. Ihr mit Abstand ältester Mandatar Christoph Vavrik ist 52. Das gesetzliche Pensionsalter bereits erreicht haben sechs Abgeordnete, neben Stronach und Lindner die ÖVP-Mandatare Jakob Auer (65), Brigitte Jank (62) und Gertrude Aubauer (62) sowie der Freiheitliche Gerhard Schmid (65). Auffällig: In diesem Sextett sind gleich vier Neulinge. Einzig Auer und Aubauer gehörten schon dem Nationalrat an.

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