Klimaschutzindex: Mehr Emissionen und leichte Hoffnung

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Ein neuer Rekordausstoß von Kohlendioxid, aber auch Hoffnung auf ein Umsteuern zugunsten des Klimas - das ist die Bilanz des aktuellen Klimaschutzindex der Organisation Germanwatch.

So habe China, das weltweit das meiste Kohlendioxid verbreite, seine Schadstoffemissionen im Vergleich zum Vorjahr verringert, sagte Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals heute auf der UNO-Klimakonferenz in Warschau.

Die politische Debatte über die Verwendung von Kohle angesichts des schweren Smogproblems in den chinesischen Großstädten gebe Hoffnung auf ein Umdenken. Zudem sei in einer Reihe anderer Staaten seit 2010 keine Emissionssteigerung verzeichnet worden.

Keine Entwarnung

Von Entwarnung kann allerdings keine Rede sein: „Wir brauchen Umkehr in der Energie- und Klimapolitik der Schlüsselländer, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern“, heißt es in der Germanwatch-Studie. Österreich rückt im Index um sechs Plätze auf Rang 29 vor. Laut Global 2000 wird der Ausbau erneuerbarer Energie positiv bewertet, der heimischen Klimapolitik insgesamt jedoch „ein schlechtes Zeugnis“ ausgestellt.

Die EU insgesamt habe ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz aufgegeben, heißt es. Im Bereich Energieeffizienz allerdings sind die europäischen Staaten, ergänzt um Neuseeland, in der Spitzengruppe fast unter sich. Dänemark, Großbritannien und Portugal nahmen die Spitzenplätze des Klimaschutzindex ein.

Das Beispiel Portugals zeige, dass es möglich sei, die Wirtschaftskrise und die Klimakrise gleichzeitig in Angriff zu nehmen, sagte Wendel Trio vom Klimanetzwerk Europa. In der Klimapolitik ständen die EU-Staaten derzeit aber still.

Kein einziges Land erreichte die Wertung „Sehr gut“. China und Russland, aber auch Kanada gehören weiterhin zu den großen Klimasündern. Auch Luxemburg, Saudi-Arabien und die USA müssten noch weitaus größere Fortschritte erzielen, um ihre schwache Klimaschutzleistung zu verbessern, hieß es.