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Hersteller läuten Weihnachtsgeschäft ein

Der Absatz von Tablets steigt laufend. Über 184 Millionen Tablets sollen heuer insgesamt verkauft werden - das entspricht einem Wachstum von 53,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der vorweihnachtliche Nachschub soll laut Experten den Markt in diesem Jahr noch einmal kräftig ankurbeln.

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Apple will die Spitzenposition auf dem Tabletmarkt mit einer neuen iPad-Generation verteidigen. Das neue Modell mit 9,7-Zoll-Bildschirm heißt nun iPad Air und ist dünner, leichter und leistungsstärker, so Marketingchef Phil Schiller Ende Okotber bei der Präsentation in San Francisco. Das kleinere iPad mini bekam wie erwartet ein hochauflösenderes Display spendiert, wurde aber, weil Retinadisplays mehr Energie brauchen, dicker und schwerer.

Keine Überraschungen bei neuen iPads

Neuerungen - wie etwa den Fingerabdrucksensor und die Acht-Megapixel-Kamera im neuesten iPhone 5s - oder auch gänzlich frische Ideen suchte man allerdings vergeblich. Dabei hatte der Apple-Chef noch kürzlich in einem Interview mit Bloomberg News betont, dass Innovation weiterhin in allen Zukunftsplänen von Apple an erster Stelle stehe. „Ich glaube, Nokia ist für jeden in der Branche eine Erinnerung daran, dass man immer Innovationen schaffen muss, sonst stirbt man,“ wird Cook von ZDNet zitiert.

Apple IPad Air

Reuters/Robert Galbraith

Apple-Chef Tim Cook zeigt das neue iPad Air

Äußerlich wurde das große iPad-Modell mit schmalen Seitenrändern an das Design des kleineren iPad mini angepasst. Es ist jetzt nur noch 7,5 Millimeter dick statt zuvor 9,4 Millimeter. Das Gewicht wurde beim WLAN-Modell von 652 auf 469 Gramm gesenkt, bei der Mobilfunkversion auf 478 Gramm. Zudem wurde die LTE-Unterstützung erweitert, und MIMO-Technik soll für eine bessere Funkverbindung sorgen. Beide iPad-Versionen bekamen den gleichen schnellen A7-Chip, den Apple in sein Smartphone Phone 5s einbaut. Das Air-Gerät soll ab 1. November in den Farben Silber/Weiß und Grau/Schwarz ab einem Preis von 480 Euro (WLAN-Modell mit 16 GB) erhältlich sein.

Das 7,9 Zoll große iPad mini wurde wie erwartet mit einem Retina-Display mit höherer Auflösung von 2.048 mal 1.536 Bildpunkten bei einer Pixeldichte von 326 ppi (Pixel pro Zoll) aufgerüstet. Im Gegensatz zum iPad Air hat das iPad mini sogar etwas an Dicke und Gewicht zugelegt. Eine Herausforderung für die Entwickler waren der erhöhte Energiebedarf des Displays und damit das Unterbringen eines stärkeren Akkus bei geringerer Gehäusegröße.

Statt 7,2 Millimeter ist das Mini nun 7,5 Millimeter dick, das Gewicht nahm um 23 Gramm auf 331 Gramm beim WLAN-Modell sowie auf 341 Gramm in der Mobilfunkvariante zu. Der Preis für das einfachste WLAN-Modell des iPad mini mit 16 GB stieg auf 390 Euro, das Modell mit 128 GB kostet 660 Euro. Die Version mit Mobilfunkanschluss beginnt preislich bei 509 Euro. Der Marktstart soll ebenfalls im November erfolgen.

Innovationsvorsprung aufgebraucht

Platzhirsch Apple musste laut den Marktforschern von IDC zuletzt einen Rückgang hinnehmen. Zwar ist der iPad-Produzent mit 32 Prozent Marktanteil weiterhin Nummer eins bei den Tabletherstellern, im Vorjahr lag der Marktanteil jedoch noch bei 60 Prozent.

Der Vorsprung durch Innovation scheint bei Apple aufgebraucht, und die Kunden greifen mittlerweile lieber zu kleineren, billigeren Geräten der Konkurrenz. In seiner Preispolitik zeigt sich Apple allerdings weiter unbeirrt und setzt auf hohe Preise bei seinen Kultgeräten. So verkaufen Google und Amazon ihre Sieben-Zoll-Tablets, die etwas kleiner als das iPad mini sind, bereits ab 229 Dollar.

Erstes Tablet von Nokia

Nokia hat nach Jahren nun ein erstes eigenes Tablet vorgestellt. Das Lumia 2520 wird zunächst nur in den USA, Großbritannien und Finnland in den Farben Cyan, Rot, Schwarz und Weiß zum Preis von 500 Dollar auf den Markt kommen. Die Auflösung des ersten Nokia-Tabletdisplays beträgt 1.920 mal 1.080 Bildpunkte und ist damit gleichauf mit Microsofts Surface 2. Bei Größe und Gewicht ist das Nokia-Tablet etwas kleiner (26,7 mal 16,8 mal 0,89 Zentimeter mit 615 Gramm) und leichter als das Microsoft-Pendant (27,5 mal 17,3 mal 0,89 Zentimeter, 680 Gramm).

Nokia Lumia 2520

APA/Nokia Handout

Das Lumia 2520 von Nokia

Die Speicherkapazität des Lumia-Tablets umfasst 32 Gigabyte und kann mittels MicroSD-Karte erweitert werden. Die rückseitige Kamera hat eine Auflösung von 6,7 Megapixel, die Webcam auf der Vorderseite hat zwei Megapixel. Unterstützt werden Verbindungsmöglichkeiten via WLAN, GSM, UMTS und LTE. Auch ein NFC-Chip, Micro-HDMI-Schnittstelle und ein Micro-USB-3.0-Port sind integriert. Als Zubehör bietet Nokia eine Tastaturhülle mit Zusatzakku, ähnlich dem Type Cover des Microsoft Surface, an. Die Akkulaufzeit soll laut Nokia im Standby bis zu 25 Tage, im Videobetrieb elf Stunden betragen.

Zweite Generation von Microsoft

Microsoft ist gerade dabei, die Gerätesparte von Nokia zu übernehmen - doch vorerst treten die beiden Anbieter mit konkurrierenden Geräten gegeneinander an. Während Nokia seinen Tableterstling präsentierte, brachte der Windows-Konzern die Weiterentwicklung seiner Surface-Tablets in 21 Ländern auf den Markt. Die beiden Geräte Surface 2 und Surface Pro 2 sind generalüberholt, warten mit weniger Gewicht, besseren Displays und schnellerer Rechenleistung auf.

Dem Surface 2 mit 10,6-Zoll Full-HD-Display und Nvidia-Tegra-4-Prozessor stattete Microsoft mit einer Lightversion seiner Bürosoftware Office aus, mit der sich Word-Dateien und Excel-Tabellen auch unterwegs ansehen und bearbeiten lassen. Das Tablet misst 27,5 mal 17,3 mal 0,89 Zentimeter und wiegt 680 Gramm. Die Frontkamera verfügt über 3,5 Megapixel, die Hauptkamera hat fünf Megapixel. Das Surface 2 kostet mit 32 GB 450 Euro und ist auch mit 64 GB erhältlich. Die Akkulaufzeit soll laut Microsoft zehn Stunden betragen.

Microsoft Surface 2

Reuters/Shannon Stapleton

Microsofts Surface 2

Das Surface Pro 2 mit Intel-Core-i5-Prozessor ist dagegen ein vollwertiger PC mit den Maßen eines Tabletcomputers. Je nach Ausstattung liegt der Preis zwischen 880 und 1.780 Euro. Die Geräte sollen die Referenzplattformen für Microsofts neues Betriebssystem Windows 8.1 sein, das auf die Bedienung mit den Fingern optimiert ist.

Tabletmarkt in Bewegung

Windows-Tablets sind bisher ein reines Nischenprodukt. Die Marktforschung IDC errechnete zuletzt für alle Windows-Tablets zusammen einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Tablets mit Googles Android-System kamen dagegen auf 62,6 Prozent Marktanteil, Apples iOS-Betriebssystem findet sich auf 32,5 Prozent der verkauften Geräte. Auch wenn der Markt fix aufgeteilt scheint, ist laut Analysten noch alles offen. „Der Tabletmarkt entwickelt sich erst, und Anbieter können genauso rasch aufsteigen wie fallen“, so Ryan Reith von IDC.

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