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In-App-Käufe als Umsatzbringer

Mehr als 100 Milliarden Apps für Smartphones und Tablets werden allein in diesem Jahr heruntergeladen, schätzen Marktforscher. Die Zahl wird noch deutlich steigen und der absolute Großteil der Anwendungen auch weiterhin - zumindest vermeintlich - kostenlos sein.

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Die Zahl der App-Downloads für mobile Geräte wird sich in den kommenden vier Jahren nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts Gartner mehr als verdoppeln. Für dieses Jahr erwarten die Analysten über 102 Milliarden heruntergeladene Apps für Smartphones und Tablets. Zum Jahr 2017 sollen es bereits 268,7 Milliarden sein. Zugleich werde in dieser Zeit der Anteil der Gratisanwendungen von 91 auf 94,5 Prozent steigen.

Doch ganz umsonst gibt es viele Apps freilich nicht. Das große Geschäft wird demnach mit In-App-Käufen gemacht. Nachdem etwa ein Spieler das kostenlose Grundgerüst eines Games auf sein Gerät geladen hat, wird er laufend darauf aufmerksam gemacht, seinen Spielspaß doch mit dem Kauf von Erweiterungen und Extras zu erhöhen. Das Prinzip nennt sich Freemium, ein Kunstwort als Mischung aus „free“ und „premium“.

Umsatzstärkste Apps

Die kostenlos downloadbaren Apps, die In-App-Käufe anbieten, gehören mittlerweile zu den umsatzstärksten Apps. Der spieleigene In-Game-Store lockt dabei mit verschiedensten virtuellen Gütern. Das Angebot reicht von Artikeln zum rein optischen Aufmascherln (Speziallackierung beim Autorennspiel, rosa Zaumzeug bei der Pferdestallsimulation) über Energie bzw. Lebenspunkte bis zur spieleigenen Währung, die für echtes Geld gleich säckeweise gekauft werden kann. Die Preise der Artikel reichen dabei von wenigen Cent bis zu über 100 Euro.

Spielablauf gegen Geld beschleunigen

Besonders verlockend ist auch die Möglichkeit, den Spielablauf mittels In-Game-Kauf zu beschleunigen. Statt sich mühsam in das nächste Level vorzuarbeiten, kann das gegen Geld sofort erfolgen. So kann man zum Beispiel Früchte schneller wachsen lassen oder die Uhr im Spiel verstellen. Das soll vor allem jene Nutzer locken, die nicht genug Zeit für lange Spielsessions haben.

Keine Konkurrenz für Android und iOS in Sicht

Das Google-System Android und Apples iOS werden nach Einschätzung der Marktforscher weiterhin die wichtigsten Plattformen sein und zusammen 90 Prozent der Downloads ausmachen. Dabei erwartet Gartner allerdings, dass in der Android-Welt Googles Plattform Play Store Marktanteile an andere App-Shops abgeben wird. Derzeit würden rund 55 Prozent der Android-Apps im Play Store heruntergeladen, zum Jahr 2017 dürften es noch 47 Prozent sein, so die Schätzung.

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