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Grüne vermissen Reformbereitschaft

Skeptisch gegenüber der Vorgangsweise der Regierung beim Lehrerdienstrecht zeigt sich die Opposition. „Dem derzeitigen Entwurf können wir nicht zustimmen“, sagte die grüne Klubobfrau Eva Glawischnig am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Auch das Team Stronach (TS) zweifelt an der Sinnhaftigkeit mancher Maßnahmen, die FPÖ zeigte sich abwartend, und für NEOS geht das Paket an der Realität vorbei.

„Wir sind nicht glücklich damit, aber ich glaube, aus anderen Gründen als die Lehrergewerkschaft“, so Glawischnig zum Dienstrecht. Der vorliegende Entwurf sei zu wenig reformorientiert. Man müsse sich zuerst im Klaren sein, wohin die Schulreform geht. Die Grünen würden unter anderem für Jahresarbeitszeitmodelle und ganztägige Schulformen eintreten.

TS: Arbeitszeit weiter „nach oben“ anpassen

Sie bezweifle, dass das vorgeschlagene Lehrerdienstrecht geeignet sei, die Bildungsstandards zu heben, meinte TS-Klubobfrau Kathrin Nachbaur bei einer Pressekonferenz. Wenig hält sie davon, dass künftig bereits Bachelorabsolventen an Oberstufenschulen unterrichten dürfen.

Aufhorchen ließ sie aber damit, dass sie sich vorstellen kann, die Arbeitszeit „nach oben“ anzupassen - sie habe Lehrer im Bekanntenkreis, die sowieso mehr als derzeit vorgegeben arbeiteten. Als Grundlage für ein neues Modell müsste aber eine neue Arbeitszeitstudie erstellt werden. Höhere Einstiegsgehälter und eine flachere Gehaltskurve begrüßte Nachbaur dagegen.

FPÖ abwartend

Die FPÖ äußerte sich abwartend: Zunächst müssten von beiden Seiten alle Unterlagen und Verhandlungspositionen auf den Tisch gelegt werden, „um im Unterrichtsausschuss eine objektive Bewertungsgrundlage zu haben“, so Bildungssprecher und Ausschussvorsitzender Walter Rosenkranz in einer Aussendung. Er möchte sich „als neutraler, unvoreingenommener Mediator“ anbieten.

NEOS: „Themenverfehlung“

Kritik kam von NEOS: Klubobmann Matthias Strolz sprach in einer Aussendung von „Themenverfehlung“. Die Regierung müsse stattdessen die Autonomie der Schulen stärken. „In den letzten Jahren haben sämtliche Länder, die im Bildungsbereich Fortschritte gemacht haben, in die Schulautonomie investiert. Um einzelne Wochenstunden zu streiten bringt die Schulen hingegen keinen Schritt weiter“, so Strolz.

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