Regisseur Claus Homschak 74-jährig gestorben

Der Theater- und Fernsehregisseur Claus Homschak ist gestern an den Folgen einer Krebserkrankung in Wien gestorben. Das gab seine Ex-Frau Antonia Homschak-Kalbeck gegenüber der APA bekannt. Der gebürtige Grazer, der lange für den ORF tätig war und als Professor am Konservatorium der Stadt Wien eine ganze Generation von Schauspielern ausgebildet hat, wurde 74 Jahre alt.

Homschak, am 4. April 1939 in Graz geboren, wollte nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und Kürschner werden, sondern fand im Theater seine Berufung. „Er hat gelebt im Theater. Er hat dafür gebrannt“, so Homschak-Kalbeck. Ersten Regieassistenzen bei Fritz Zecha am Grazer Schauspielhaus folgten bald eigene Regiearbeiten, unter anderem 1967 die Uraufführung von „Die Menschenfresser“ von Wolfgang Bauer, einem Autor dessen Werk Homschak Zeit seines Lebens verbunden blieb. 1975 führte er bei dem Bauer-Fernsehfilm „Reise zum Gehirn“ Regie.

Theateraufzeichnungen und Künstlerporträts

Für den ORF gestaltete er zahlreiche Theateraufzeichnungen und Künstlerporträts sowie Talkshows. „Wir hatten die ganze Welt zu Gast“, erinnert sich Homschak-Kalbeck, die ihren späteren Mann als Regieassistentin kennenlernte. 1976 entstand im Rahmen der Reihe „Vielgeliebtes Österreich“ gemeinsam mit Elfriede Jelinek eine Dokumentation über Ramsau am Dachstein.

Mit Elfriede Ott verband Homschak eine langjährige enge Arbeitsbeziehung, die sich unter anderem in Fernsehadaptionen von Theaterkomödien wie „Die Perle Anna“ und „Keine Leiche ohne Lilli“ niederschlug. In den vergangenen Jahren arbeitete Homschak, der auch an zahlreichen Bühnen in Deutschland inszenierte, als Regisseur und Bühnenbildner unter anderem bei den Maria Enzersdorfer Festspielen, am Gloria Theater, im Stadttheater Walfischgasse und am Volkstheater in den Bezirken.